Der kleinste Bezirk wird grösser

REGION. Der Hinterthurgau ist im vergangenen Jahr um fast zwei Prozent gewachsen, aber noch immer kleinster Bezirk. Alle Gemeinden sind grösser geworden. Dies trifft auch auf Fischingen zu, das in den Vorjahren Verluste beklagt hatte.

Simon Dudle
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Münchwilen war Ende des vergangenen Jahres mit 43 381 Einwohnern der kleinste der fünf Bezirke im Kanton Thurgau. Er ist dem zweitkleinsten Bezirk, Kreuzlingen, aber dicht auf den Fersen und die beiden trennen nur gut 500 Einwohner. Es waren just jene beiden Bezirke, die im vergangenen Jahr am stärksten gewachsen sind. 788 Personen zogen in den Hinterthurgau, was einer Zunahme um 1,9 Prozent entspricht.

Fischingen stoppt Talfahrt

Der Bezirk Kreuzlingen hatte den stärksten Zustrom im Kanton und darf sich über 2 Prozent mehr Einwohner freuen.

Die mit Abstand grösste Gemeinde im Bezirk Münchwilen ist weiterhin Aadorf, wo Ende des vergangenen Jahres 8364 Personen wohnten. 2012 sind 121 Personen mehr nach Aadorf gezogen als von der Gemeinde weg, was einem Wachstum von 1,5 Prozent entspricht. Mehr Neuzuzüger durften auch in Sirnach begrüsst werden, da die Gemeinde am 31. Dezember 126 Personen mehr zählte als noch zu Jahresbeginn. Mit 7317 Einwohnern ist Sirnach weiterhin unbestritten die Nummer zwei im Bezirk. Über das grösste Wachstum durfte man sich aber in Eschlikon freuen.

Die fünftgrösste Hinterthurgauer Gemeinde ist um 3,5 Prozent gewachsen, was 139 Personen entspricht. Mit Birwinken (+4,9 Prozent) und Ermatingen (+3,9 Prozent) sind im vergangenen Jahr nur zwei Gemeinden im Kanton Thurgau noch stärker gewachsen. In absoluten Zahlen gerechnet stellt Eschlikon beim Wachstum die Nummer sechs im Kanton. Den grössten Zulauf hatte Kreuzlingen, das im Verlauf des Jahres um 541 Personen grösser wurde.

Erfreut wird man die Jahresstatistik auch in Fischingen lesen. Zwar ist das Wachstum mit 0,9 Prozent bescheiden, immerhin gab es aber mal wieder eines. In den beiden Vorjahren hatte jeweils ein Bevölkerungsrückgang akzeptiert werden müssen. Ende 2012 lebten 2577 Personen in Fischingen. Das sind aber immer noch 28 weniger als im Jahr 2000.

Mehr Männer als Frauen

In den meisten Hinterthurgauer Gemeinden wohnen mehr Männer als Frauen. Das Verhältnis ist allerdings relativ ausgeglichen und der Männeranteil betrug Ende 2012 – in Bezug auf den gesamten Bezirk – 50,6 Prozent. Am deutlichsten ist der Unterschied in Bettwiesen, wo Ende Jahr 592 Männer und 517 Frauen wohnten. In drei Gemeinden sind die Frauen in der Überzahl, nämlich in Braunau, Münchwilen und Tobel-Tägerschen, wobei in der letztgenannten Gemeinde dies am deutlichsten zum Ausdruck kommt. 727 Frauen und 694 Männer wohnten Ende des vergangenen Jahrs in Tobel-Tägerschen.

Personen ohne Schweizer Pass

Stark divergierend ist der Ausländeranteil. Unangefochtener Leader ist diesbezüglich weiterhin Rickenbach, wo fast jeder dritte nicht Schweizer ist und der Ausländeranteil 31,4 Prozent beträgt. Im Kanton weisen fünf Gemeinden – alle nahe der Deutschen Grenze – einen noch höheren Anteil an Ausländern auf. Dies sind Kreuzlingen mit 51,6 Prozent, Münsterlingen, Gottlieben, Tägerwilen und Diessenhofen. Am anderen Ende der Hinterthurgauer Ausländer-Rangliste befindet sich Fischingen mit einem Anteil von 7,8 Prozent. Genau 200 Personen hatten in jener Gemeinde Ende des vergangenen Jahres keinen Schweizer Pass.

Den tiefsten Wert im ganzen Kanton Thurgau weist Schönholzerswilen aus, wo 95 Prozent der Wohnbevölkerung aus der Schweiz kommt. In Wuppenau beträgt der Ausländeranteil 6,3 Prozent. Der Ausländer-Durchschnitt im Bezirk beträgt 16,2 Prozent und liegt unter dem kantonalen Schnitt von 22,4 Prozent.