Der King lebt in Gachnang

Marco Tschopp war kaum auf der Welt, als Elvis Presley 1977 starb. Doch der Gachnanger ist ein grosser Fan des King of Rock, der diesen Monat 80 geworden wäre. Mit seiner Band The Cadillacs tritt Tschopp mit einer Elvis-Show auf.

Stefan Hilzinger
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Marco Tschopp übt eine typische Rock'n'Roll-Pose. (Bild: pd)

Marco Tschopp übt eine typische Rock'n'Roll-Pose. (Bild: pd)

GACHNANG. Rundliches Gesicht, schwarze Haartolle, Koteletten: Marco Tschopp aus Gachnang ist Elvis, zumindest, wenn er mit seiner Band The Cadillacs auf der Bühne steht. Seit fünf Jahren tritt der gelernte Zimmermann immer wieder mit seiner Elvis-Show auf. Vergangenen Herbst war die Band am Isliker Herbstmarkt «on stage». Am 21. Februar gibt es nun im Western-Local Bonanza in Bissegg eine Geburtstagsparty für den King, bei der Tschopp und die Cadillacs auftreten. Schliesslich wäre Elvis am 8. Januar 80 Jahre alt geworden, wenn er nicht 1977 auf seinem Anwesen Graceland in Memphis einen plötzlichen Herztod gestorben wäre.

Zurück in die Zukunft

Marco Tschopp ist heute 40, als Elvis' starb, war er drei. «Ich konnte mich schon als Bub nicht mit der Musik identifizieren, die damals im Radio lief.» Vielmehr stand er auf die Musik, die auch sein Onkel liebte: Rockabilly und Rock'n'Roll. Ein Schlüsselerlebnis sei für ihn gewesen, als er als Kind den Film «Back to the Future» im Kino sah. Darin spielt eine Band den Chuck-Berry-Hit «Johnny B. Goode». Seither ist Tschopp von den Fifties fasziniert. «Ich glaube, ich bin einfach in die falsche Zeit hineingeboren worden», sagt er.

Drei Dekaden Rock'n'Roll

Tschopp ist im Aargau aufgewachsen. Die halbe Verwandtschaft tun oder taten bei den «The Cadillacs» mit. Anfangs traten sie als Tanz- und Unterhaltungsband auf, mit Schlagzeugcomputer und Keyboard. Doch seit fünf Jahren setzen Tschopp und Band auf handgemachten Rock'n'Roll nach Elvis' Vorbild. «Ich singe nur Lieder, die Elvis auch gesungen hat», sagt Tschopp. Die Live-Show ist dreiteilig und orientiert sich an der Biographie des Kings.

Der rauhe Rockabilly mit Kontrabass und Vintage-Mikrophon macht den Anfang, dann folgt die Zeit von Elvis Comeback als Sänger im Jahr 1968 und schliesslich die späten Jahre in Vegas, als der King «fast schon Richtung Schlager tendierte», wie Marco Tschopp sagt. «Elvis kennt fast jeder, seine Musik ist auch heute noch in allen Generationen populär.»

Noch nie in Memphis

Keine Frage: Zur Musik gehören für Tschopp auch eine stilechte Bühnenshow und ebensolche Bekleidung. Nicht fehlen darf der berühmte weisse «Jumpsuit», den der King in seinen späteren Jahren trug. «Einer meiner Träume ist es, mir von Elvis' Schneider einen solchen Anzug anfertigen zu lassen», sagt Tschopp. Doch in den USA und in Memphis, der Haupt-Pilgerstätte aller Elvis-Fans, war Tschopp bisher noch nicht. Bad Neuheim dagegen, wo Elvis während seiner Zeit als US-Soldat in Deutschland wohnte (1958 bis 1962), hat er schon besucht.

Fifties-Festival in Frauenfeld

Tschopp arbeitet im Aussendienst in der Baubranche. Seit 13 Jahren wohnt er in Gachnang, ist verheiratet und hat einen mittlerweile zehnjährigen Sohn, der Schlagzeug spielt. «Ich fühle mich mit Elvis stark verbunden. Wie er habe auch ich eine starke, kreative Ader», sagt Tschopp. Gerne möchte er einmal mit einem grossen Orchester auftreten. Und im August/September soll im Frauenfelder Juch-Quartier ein grosses Fifties-Festival über die Bühne gehen. «Das steht zu 90 Prozent fest.» Mit allem Drum-und-Dran: Drive-in-Kino, Ami-Schlitten, Petticoats und viel Rock'n'Roll.