Der Generationenwechsel

Gleich vier neue Gemeindepräsidenten nahmen im abgelaufenen Jahr im Hinterthurgau ihre Arbeit auf. Offensichtlich ein begehrtes Amt: Alle mussten sich zuvor einem Wahlkampf stellen.

Olaf Kühne
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Das erste Quartal des Jahres stand ganz im Zeichen der Gesamterneuerungswahlen in die Thurgauer Gemeindebehörden. Im Hinterthurgau kam es dabei zu einem eigentlichen Generationenwechsel: In vier von dreizehn Gemeinden ging der Gemeindeammann in den Ruhestand und hinterliess seinem Nachfolger nebst Amt auch gleich die neue Funktionsbezeichnung «Gemeindepräsident».

Bisherige ohne Kampfwahl

Während es in den Gemeinden, in denen die Bisherigen wieder antraten, zu keinen Kampfwahlen ums Präsidium kam, hatten die Stimmbürger in Aadorf, Bettwiesen, Eschlikon und Wängi die Wahl – jeweils mit ganz unterschiedlichen Vorzeichen.

Bettwiesen musste erst mittels Stelleninserat Kandidaten suchen und machte die Sache schliesslich noch im alten Jahr klar: Im Dezember 2014 machte an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung der Müllheimer Patrick Marcolin gegen Beat Hekler aus Aadorf mit einem überraschend deutlichen Resultat schon im ersten Wahlgang das Rennen. Nach über zwanzig Jahren konnte Clemens Dahinden somit im Juni sein Amt übergeben.

Gar 24 Jahre lang leitete Bruno Lüscher in Aadorf den Gemeinderat. Der Wahlkampf um seine Nachfolge war mit der spannendste im Hinterthurgau. Früh gab sein Vize Roman Engeler seine Ambitionen bekannt. Doch der SVP-Gemeinderat stiess damit bei den anderen Ortsparteien auf wenig Begeisterung. FDP, CVP, SP und EVP spannten zusammen, mussten aber mehrere Inserate schalten, um einen Gegenkandidaten zu finden. Man wolle dem Stimmbürger eine Auswahl bieten, lautete die offizielle Begründung für dieses unorthodoxe Vorgehen. Indes war es ein offenes Geheimnis, dass Engeler schlicht vielen zu rechtsaussen war. Der Guntershauser Matthias Küng nahm die Herausforderung an. Nach einem recht intensiven, aber jederzeit fairen Wahlkampf konnte der Parteilose am 8. März schliesslich 141 Aadorfer mehr von sich überzeugen als sein Kontrahent. Engeler war für den Gemeinderat gar nicht erst angetreten, ist aber nach wie vor Präsident der Bürgergemeinde Aadorf.

Der dritte Mann aus dem Nichts

Gleich zwei amtierende Gemeinderäte wollten es in Eschlikon wissen. Der parteilose Peter Meier und SVP-Vertreter Adrian Stutz lieferten sich lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen – bis Ende 2014 quasi aus dem Nichts der ebenfalls einheimische Hans Mäder auftauchte. Dem Parteilosen, der einst für die CVP im Wiler Stadtparlament politisierte, fehlten im ersten Wahlgang nur gerade zwei Stimmen für das absolute Mehr. Meier und Stutz zogen sich zurück, verblieben aber im Gemeinderat. Der zweite Wahlgang war reine Formsache, Gemeindeammann Robert Meyer konnte nach zwölf Jahren sein Amt weiterreichen.

Ebenfalls drei Legislaturen wirkte in Wängi Benno Storchenegger. Um seine Nachfolge buhlten der Tuttwiler EDU-Kantonsrat Iwan Wüst und Gemeindeschreiber Thomas Goldinger (FDP). Für die Wähler eine klare Sache: Mit 899 zu 423 Stimmen deklassierte Goldinger seinen Kontrahenten geradezu.

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