Der gehäutete Apostel Bartholomäus

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Schutzpatron An der Stelle der heutigen Pfyner Kirche stand im dritten Jahrhundert nach Christus ein römisches Kastell. Schon damals lebten wohl die ersten Christen am Ort. Pfyn dürfte eine der ältesten Thurgauer Pfarreien sein, schreiben Angelus Hux und Alexander Troehler in ihrem Werk über Thurgauer ­Kirchen und ihre Orgeln («Klangräume», erschienen 2007 im Huber-Verlag). Schriftlich erwähnt ist das Gotteshaus an der Stelle erstmals im Jahr 1155. Schutzheiliger der Kirche ist der heilige Bartholomäus. Nach christlicher Auffassung ist er ein Jünger Jesu und einer der zwölf Apostel. Er soll vor allem in Armenien gepredigt haben, wo ihn auch sein Schicksal als Märtyrer ereilte. Ein Bruder des dortigen Herrschers soll ihn bei lebendigem Leib häuten haben lassen.

Entsprechend drastisch ist der Pfyner Schutzpatron denn auch auf einer Statue an der Stirnwand des rechten Seitenschiffs dargestellt: Der Heilige trägt seinen Balg samt Antlitz unter dem linken Arm. An vergleichbarer Stelle ge­genüber findet sich eine Statue im gleichen Stil des heiligen Christophorus mit dem geretteten Jesuskind auf der Schulter. (hil)