Der Fall Gecaj Was seit der Tat geschah

Der St. Galler Lehrermord beschäftigt die Schweizer Justiz seit mehr als 15 Jahren. Die wichtigsten Etappen: 11. Januar 1999 Ded Gecaj erschiesst im Realschulhaus Engelwies in St. Gallen den Lehrer seiner Tochter. Nach der Tat flüchtet er nach Kosovo. Im Februar wird er festgenommen.

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Der St. Galler Lehrermord beschäftigt die Schweizer Justiz seit mehr als 15 Jahren. Die wichtigsten Etappen:

11. Januar 1999 Ded Gecaj erschiesst im Realschulhaus Engelwies in St. Gallen den Lehrer seiner Tochter. Nach der Tat flüchtet er nach Kosovo. Im Februar wird er festgenommen.

Dezember 2000 Ein Gericht in Kosovo verurteilt Gecaj wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren. Gecaj wird nach der Hälfte der Strafe entlassen. Die St. Galler Staatsanwaltschaft fordert die Auslieferung.

Ende 2005 Eine UNO-Vereinbarung ermöglicht die Auslieferung. Die St. Galler Justiz erneuert ihr Auslieferungsgesuch.

13. August 2007 Gecaj wird in seinem Haus festgenommen.

März 2008 Das Oberste Gericht Kosovos lehnt eine Auslieferung ab. Gecaj wird auf freien Fuss gesetzt.

April 2009 Das Oberste Gericht Kosovos entscheidet, dass Gecaj doch an die Schweiz ausgeliefert werden soll.

17. Mai 2010 Gecaj wird erneut in Auslieferungshaft gesetzt.

30. August 2010 Das Justizministerium in Kosovo gibt grünes Licht für die Auslieferung.

2. September 2010 Gecaj wird an die Schweiz ausgeliefert.

19. November 2010 Gecaj wird leblos in seiner Zelle gefunden. Gecajs Familie erhebt schwere Vorwürfe gegen die Schweiz: Gegen Gecaj sei im Gefängnis Gewalt ausgeübt geworden.

24. November 2010 Die Untersuchungsbehörde kommt zum Schluss: Gecaj hat sich selber getötet. Darauf reicht der Sohn von Gecaj Strafanzeige gegen die Behörden ein. Er wirft ihnen vor, ihre Schutzpflichten vernachlässigt zu haben.

20. Mai 2014 Das Bundesgericht entscheidet mit Urteil vom 23. April, dass der Fall neu aufgerollt werden muss.