Der erste Gemeindepräsident

Die Hüttwiler haben Hanspeter Zehnder klar zum Nachfolger von Gemeindeammann Walter Schmid gewählt. Nebst den drei Bisherigen schafften auch die drei neuen Bewerber am Wochenende den Sprung in die Exekutive.

Stefan Hilzinger
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HÜTTWILEN. «Alle sind klar gewählt worden», sagt Walter Schmid, der Hüttwiler Gemeindeammann, sonntags um halb zwölf im Säli des «Hirschen» und gratuliert in die Runde. Namen und Zahlen nennt er vorerst keine. Heinz Geisser, der auf Ende Legislatur aus dem Gemeinderat zurücktritt, fragt nach, wer denn nun gewählt sei. «Häsch Angst, das nomol druf bisch?», tönt es aus der Menge. Dann verliest Schmid die Wahlresultate.

Eine deutliche Angelegenheit

Hanspeter Zehnder ist mit 346 Stimmen zum Präsidenten der Gemeinde gewählt worden. Nötig wären 188 Stimmen gewesen. Ebenfalls mit deutlich über 300 Stimmen hat der Souverän die sechs Mitglieder des Gemeinderats für die nächsten vier Jahre gewählt: die Bisherigen Dino Giuliani, Pascal Muggensturm und Marita Peter-Keller sowie die Neuen Daniel Bauer, Evelyne Hagen-Freund und Christoph Isenring. Die Stimmbeteiligung lag bei 34 Prozent. Weil keine weiteren Urnengeschäfte anstanden, sei die tiefe Beteiligung nicht weiter erstaunlich, sagt Schmid. Doch die Gemeinde habe die Wahlen extra früh angesagt, um eine geordnete Amtsübergabe zu gewährleisten. «Der Gemeinderat wird schon an der Sitzung am Montag diskutieren, inwiefern die Neuen mitarbeiten können.»

Höheres Pensum als bisher

Hanspeter Zehnder wird nun der erste Präsident der Gemeinde sein; denn ab Legislatur 2015 bis 2019 gilt die neue Bezeichnung. Zehnder wohnt seit 1991 in Hüttwilen. Der 58jährige Elektroingenieur ist heute als Ausbildner im technischen Bereich tätig, einerseits in einer Teilzeitanstellung bei den SBB, andererseits als Freiberufler. Seine Anstellung bei den SBB wird er nun aufgeben. Das Gemeindepräsidium wird künftig mit gut 60 Stellenprozenten dotiert sein. Bisher waren es 35 Prozent.

«Mir ist nicht gleichgültig, wie sich die Gemeinde entwickelt», sagt CVP-Mitglied Zehnder. Daher wolle er sich engagieren. Es gebe in der Gemeinde glücklicherweise keine politischen Altlasten, freut er sich. Als grosse Herausforderung sieht Zehnder die künftige Ausgestaltung der Raumplanung an: «Massvolles Wachstum muss auch in Landgemeinden wie Hüttwilen möglich bleiben.»