«Der Brand ist eine Katastrophe für uns»

Steckborn steht unter Schock. Ein Feuer in der Altstadt machte 30 Menschen obdachlos. Stadtpräsident Roger Forrer nimmt Stellung und erklärt, welche Konsequenzen das Unglück für das Städtchen am Untersee hat. Forrer lobt die Solidarität der Einwohner, die den Betroffenen sofort Hilfe anboten.

Martin Rechsteiner
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Stadtpräsident Roger Forrer ist von der Solidarität beeindruckt. (Bild: Olaf Kühne)

Stadtpräsident Roger Forrer ist von der Solidarität beeindruckt. (Bild: Olaf Kühne)

Herr Forrer, wie gross ist der Schaden für Steckborn?

Roger Forrer: Der Brand ist eine Katastrophe für das Städtchen. 30 Leute sind nun obdachlos, sie haben alles verloren und das kurz vor Weihnachten. Wir können von Glück im Unglück sprechen, dass es insgesamt nur drei Leichtverletzte gegeben hat.

Was unternimmt die Gemeinde?

Forrer: Die Leute, die nun auf der Strasse stehen, brauchen ein Dach über dem Kopf. Ich stehe in engem Kontakt mit allen Betroffenen und informiere sie stündlich über die aktuelle Lage. Die Gemeinde sucht nun mit Hochdruck nach Lösungen. Wir versuchen, private Unterkünfte wie auch Hotelzimmer für die Leute zu finden, die ihr Heim verloren haben. Und es sieht gut aus. Auf der Strasse schlafen muss heute nacht sicher niemand. Zum Glück sind die Steckborner so solidarisch.

Wie solidarisch?

Forrer: Man kann von einer Solidaritätswelle sprechen, die Steckborn erfasst hat. Bereits in der Nacht, als es noch gebrannt hat, habe ich Mails von Leuten erhalten, die den Obdachlosen Wohnungen zur Verfügung stellen. Das ganze Städtchen ist auf den Beinen und bringt Kleider, Spielsachen und Möbel für die Betroffenen. Es gibt sogar eine Spendenaktion auf Facebook. Ich bewundere den grossen Zusammenhalt der Steckborner in dieser Situation.

Wer hat Sie eigentlich über das Feuer informiert?

Forrer: Die Kantonspolizei Thurgau hat mich kurz nach drei Uhr morgens angerufen. Ich bin sofort zum Ort des Geschehens gegangen. Seit da bin ich vor Ort.

Welche Konsequenzen hat der Brand für Steckborn?

Forrer: Es wird Monate oder Jahre dauern, bis die betroffenen Häuser und Wohnungen wieder bewohnbar sind. Um über etwaige Baumassnahmen oder ähnliches zu sprechen, ist es noch zu früh. In den betroffenen Gebäuden gab es Brandschutzmassnahmen. Nur hielten sie dem gewaltigen Feuer nicht lange stand.