Der Boss

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Nasar M. (47) Iraker. Er soll der Boss einer kriminellen Bande gewesen sein, die vor allem im Raum St. Gallen aktiv war und mit Drogengeschäften, Erpressungen und Menschenschmuggel ihr Geld verdiente. Nasar M. sitzt im vorzeitigen Strafvollzug. Durch seinen Hungerstreik ist er nur noch ein Schatten seiner selbst.

Vorwurf: Mittäterschaft bei vorsätzlicher Tötung. Mit dem Satz «Auftrag erledigen und zurückkommen» habe Nasar M. den Auftrag zur Gewalt und damit zur Tötung des IV-Rentners gegeben. Nasar M. streitet jede Beteiligung an der Tat ab. Er habe den IV-Rentner kaum gekannt und nichts mit Drogen zu tun. Nasar M. ist ein Mann der Ausflüchte und immer neuen Geschichten. Mehrere Zeugen im Umfeld des IV-Rentners berichten von einem Streit mit einem Kurden. Dabei ging es um den Freund des IV-Rentners, der bei einer Menschenschleusung in Griechenland inhaftiert worden war. Der IV-Rentner habe Nasar M. mit der Polizei gedroht, wenn er dem Freund nicht helfe.

Bruno Bauer, der Verteidiger von Nasar M., plädiert auf Freispruch. Sein Mandant habe nie jemanden illegal in die Schweiz gebracht. Der Vorwurf des Menschenschleusens sei also hinfällig. Damit mache auch die Drohung des IV-Rentners mit der Polizei keinen Sinn. (san)