Der Abschied zum Jubiläum

Seit fünfzig Jahren gibt es die Aadorfer Fasnacht. Zwanzig Jahre lang kochten Cäcilia Graf und Christof Keller dafür das Risotto – rund eine Tonne in dieser langen Zeit. Nun ist Schluss. In den Genuss der Kochkünste kommt künftig der Feuerwehrverein.

Kurt Lichtensteiger
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Christof Keller und Cäcilia Graf kochen ein letztesmal für die Aadorfer Fasnacht. Für die Jubiläumsausgabe des Anlasses zerkleinern sie 42 Kilo Champignons. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Christof Keller und Cäcilia Graf kochen ein letztesmal für die Aadorfer Fasnacht. Für die Jubiläumsausgabe des Anlasses zerkleinern sie 42 Kilo Champignons. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

AADORF. Nach dem Fasnachtsumzug ein köstliches Risotto ist für viele Fasnächtler fester Bestandteil des Anlasses. So liessen es sich am Sonntag rund 1200 Mitwirkende in der Tiefgarage des Gemeindezentrums schmecken. Lob für die Verpflegung war immer wieder zu vernehmen. Den wenigsten dürfte aber bewusst geworden sein, wer hinter der Zubereitung steckte und wie viel Zeit dafür aufzuwenden war.

Ein eingespieltes Paar

Schon am Vortag des Jubiläumsumzuges stehen Cäcilia Graf und Christof Keller in der Küche des Gemeindezentrums. So wie schon seit 20 Jahren. Ebenso lange sind sie ein Liebespaar. Da gibt es keine Friktionen, zumal eine klare Arbeitsteilung besteht. Cäcilia Graf, beruflich als Servicefachangestellte im «Kneipphof» tätig, rüstet die 42 Kilo Champignons. «Anfänglich geschah dies noch von Hand, doch jetzt erleichtert eine Schneidmaschine die Arbeit, was aber trotzdem rund vier Stunden beansprucht», sagt sie. Christof Keller, Dachdeckerpolier bei der Firma Tanner, liebt das Kochen. Erfahrungen sammelte er als Militärkoch in der Armee. Jetzt ist er sozusagen mit dem Mise en place beschäftigt. «In vier Kochkessel kommen am Sonntagmittag 56 Kilo Reis, 140 Liter Bouillon, 14 Liter Weisswein, 12 Kilo gehackte Zwiebeln, ein Kilo Knoblauch, 16 Kilo Reibkäse sowie Gewürze», gibt er sein bewährtes Rezept preis.

Verantwortlich für Wirtschaft

Nun ist Schluss. «Nicht etwa, weil meine Kochkunst nicht geschätzt wurde. Ganz im Gegenteil», sagt Keller. «Als Kassier und Festwirtschaftsverantwortlicher des neugegründeten Feuerwehrvereins habe ich eine andere Aufgabe in der Freizeit übernommen», sagt Christof Keller, der bisher insgesamt rund 1000 Kilo Risotto gekocht hat. Das ist doch eine beträchtliche Menge.

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