Den Talbach ans Licht holen

Drängendstes Problem im Quartier Ergaten-Talbach ist der Verkehr. Dies kam an einer Mitwirkungsveranstaltung am Samstag deutlich zum Ausdruck.

Katrin Zürcher
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Das Tischtuch als Notizpapier zu benützen, war ausdrücklich erlaubt. (Bild: Katrin Zürcher)

Das Tischtuch als Notizpapier zu benützen, war ausdrücklich erlaubt. (Bild: Katrin Zürcher)

FRAUENFELD. Auch wenn das Image des Ergaten-Talbach-Quartiers nicht das beste ist: Die 33 Frauen und Männer, die am Samstagvormittag an der Mitwirkungsveranstaltung im Quartiertreffpunkt teilnehmen, wohnen gern hier. Das betonen sie immer wieder, auch wenn die Wenn und Aber im Vordergrund stehen. Angeregt diskutieren sie an vier grossen Tischen über die Sicherheit von Fussgängern und Velofahrern auf der Bahnhofstrasse oder über die Lastwagen in den Quartierstrassen. Sie machen sich Gedanken über den Kontakt mit ausländischen Familien und über den Erhalt der Infrastruktur am Talbachplatz. Sie wünschen sich mehr Miteinander und eine Quartierbeiz mit abendlichen Öffnungszeiten. «Die Stadt ist voll mit Beizen», sagt ein Teilnehmer, «aber der Talbach ist leer.» Der neue Quartiertreffpunkt am Talbachkreisel kann zwar ab 20. April als Café betrieben werden; es ist aber noch offen, wer das zu welchen Zeiten übernimmt.

Beliebter Spielplatz Haselweg

Stadtrat Urs Müller, der zur Veranstaltung eingeladen hat, freut sich über das Engagement. «Unser Ziel ist es, die Lebensqualität in den Quartieren zu verbessern und das Miteinander zu fördern.» Die Stadt stelle dafür Rahmenbedingungen zur Verfügung, doch aktiv werden müsse die Bevölkerung selbst. Die Quartierentwicklung Ergaten-Talbach wurde vor genau drei Jahren mit einer Zukunftswerkstatt in der Schulanlage Oberwiesen begonnen. Den rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden damals 26 Vorschläge zu Zusammenleben, Verkehr, Wohnumfeld und Aufwertung des öffentlichen Raums gemacht. Sechs der Massnahmen sind inzwischen umgesetzt. Dazu gehören neue Begegnungs- und Aufenthaltsbereiche – der Quartiertreffpunkt ist einer davon –, die Aufwertung bestehender Spiel- und Sportplätze, der Spielplatz Haselweg, der Streichelzoo der Familie Hablützel, die mobile Buvette. Während der Spielplatz Haselweg gut genützt wird, scheint die Buvette kaum bekannt zu sein.

Angebote für Jugendliche fehlen

Weitere Massnahmen sind geplant, so die Aufwertung der Mehrfamilienhäuser zwischen Zürcherstrasse und Bahnlinie, der Fussgängerübergang Chinesenbrüggli oder das Angebot «Senior-Innen helfen Kindern». Abgeklärt wird der Bedarf für aufsuchende Jugendarbeit. Wegen mangelnder Ressourcen ganz gestrichen werden die Veranstaltungen für und mit Jugendlichen. «Die Jugendlichen hängen noch etwas herum», sagt Markus Kutter, der als Vertreter der Stadt einen der vier Diskussionstische leitet.

Kutter, Ulla Bachmann, Markus Graf und Heinz Egli stellen zum Schluss die wichtigsten Erkenntnisse ihrer Tische im Plenum vor. Unter anderem wird frühzeitige öffentliche Information über Quartierentwicklung und Aktivitäten gewünscht.

Eine Idee gibt Projektleiter Dani Fels weiter: «Man könnte den Talbach, der dem Quartier seinen Namen gibt und der irgendwo unterirdisch fliesst, ausfindig machen und öffnen.»

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