Den Schuldenberg fast getilgt

Lorenz Liechti durfte bei seiner letzten Jahresabschlusspräsentation als Münchwiler Gemeindeammann erfreuliche Nachrichten verkünden. Die Gemeinde ist nun nahezu schuldenfrei. Dies könnte sich im laufenden Jahr aber wieder ändern.

Simon Dudle
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Der scheidende Gemeindeammann Lorenz Liechti hinterlässt die Gemeinde Münchwilen in finanziell sehr guter Verfassung. (Bild: Donato Caspari)

Der scheidende Gemeindeammann Lorenz Liechti hinterlässt die Gemeinde Münchwilen in finanziell sehr guter Verfassung. (Bild: Donato Caspari)

Münchwilen. Zum letzten Mal präsentiert Münchwilens Gemeindeammann Lorenz Liechti den Jahresabschluss der Gemeinde. «Das Resultat ist höchst erfreulich, die finanzpolitischen Zielsetzungen wurden erreicht», sagt er bezüglich der Zahlen des letzten Jahres. Die laufende Rechnung schliesst mit einem Gewinn von knapp 135 000 Franken, und somit um gut 350 000 Franken besser als budgetiert.

Dieses Ergebnis hat verschiedene Gründe. Die Zahlen bei der öffentlichen Sozialhilfe haben sich stabilisiert und blieben unter Budget. Die anhaltende Bautätigkeit und der damit verbundene Immobilienhandel haben zur Folge, dass die Grundstückgewinnsteuern um rund 187 000 Franken höher ausgefallen sind als budgetiert. Durch die Selbstfinanzierung der laufenden Rechnung, die Einnahmen der Investitionsrechnung und das tiefe Zinsniveau resultieren aus den Zinsen gut 33 000 Franken mehr als erwartet. Bei den Steuern ergab sich eine Punktlandung. Die Mehrerträge aus den natürlichen Personen (51 600 Franken) wurden weitgehend durch die Mindererträge bei den juristischen Personen (41 500 Franken) aufgefressen.

Deutliche Differenz

Hohe Abweichungen im Vergleich mit dem Budget gibt es bei der Investitionsrechnung zu verbuchen. Waren dort Nettoausgaben in der Höhe von 925 000 Franken vorgesehen, resultierten Einnahmen von über 750 000 Franken. Diese Differenz hat verschiedene Ursachen. Bereits im Jahr 2009 waren Einnahmen aus Erschliessungsbeiträgen der Projekte Sonnhaldenstrasse, Tuttwilerstrasse, Industrie Mezikon und Binzstrasse/Am Feutschenbach geplant. Da diese Projekte aber Verzögerungen erfuhren, wurden sie erst im letzten Jahr verbucht. Mehreinnahmen gab es bei den Anschlussgebühren der Abwasserbeseitigung, da die Bautätigkeit im Gebiet «Am Feutschenbach» schneller als geplant vonstatten ging. Zudem konnten diverse Projekte nicht wie geplant ausgeführt werden, da die Witterung unpassend war oder andere Projekte davon abhingen.

Entschuldung wird zunehmen

Aus der Jahresrechnung geht hervor, dass sich die Gemeinde um weitere 1,86 Millionen Franken entschuldet hat. Somit reduzierte sich diese Entschuldung auf nur noch 370 000 Franken, was 78 Franken pro Einwohner entspricht. Diese Zahl ist allerdings zu relativieren. Projekte, die im vergangenen Jahr nicht beendet werden konnten, sind nun im laufenden Jahr zu verbuchen. Daher dürfte die Verschuldung neben dem budgetierten Wert von 1,3 Millionen Franken zusätzlich zunehmen.

Trotzdem kann Lorenz Liechti die Geschicke «guten Gewissens», wie er es formuliert, in die Hände seines Nachfolgers Guido Grütter übergeben. «Wir haben ein namhaftes Wachstum bei der Bevölkerung und es gibt in diesem Jahr 300 neue Einwohner in unserer Gemeinde. Zudem geht es diversen Firmen mit grosser Steuerkraft gut, was sich positiv auswirken dürfte. Ich rechne mit einem günstigen Verlauf des Gemeindehaushalts im laufenden Jahr», so Liechti. Durch die Entschuldung sei der Handlungsspielraum grösser geworden, weshalb nun neue Projekte angegangen werden könnten. Liechti meint damit etwa die Sanierung des Gerichtsgebäudes oder die neue Arbeitsplatzzone im Bild.