Den Finger auf die Landschaft legen

Das Landschaftsqualitätsprojekt Hinterthurgau-Immenberg konkretisiert sich. Am Dienstagabend redeten Naturschützer, Jäger, Tourismusfachleute und Gemeindevertreter über den Erhalt der Landschaften.

Ruth Bossert
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Die Landschaftsbilder der Region sollen belassen werden. (Bild: Olaf Kühne)

Die Landschaftsbilder der Region sollen belassen werden. (Bild: Olaf Kühne)

Hügellandschaft, Schmelzwasserrinne und Berglandschaft. Das sind Eigenheiten der Region Hinterthurgau-Immenberg. 14 Gemeinden mit 600 Landwirtschaftsbetrieben und rund 8400 Hektaren landwirtschaftliche Nutzungsfläche vereinigen sich im Landschaftsqualitätsprojekt dieser Region. Mit der Beratung und Begleitung durch das Büro Kaden & Partner aus Frauenfeld sieht nun das Projekt die Gründung eines Trägervereins vor.

Am Dienstagabend waren die Gemeinden, Obmänner der Agroberatungsvereine und regionale Vertreter von Forst, Jagd, Natur und Tourismus zum Mitreden eingeladen. Gute zwei Dutzend Männer und ein paar einzelne Frauen nahmen die Gelegenheit wahr, ihre Ideen, Wünsche und Anregungen einzubringen. Bemerkenswert sei die Schmelzwasserrinne zwischen Bichelsee-Balterswil und Littenheid mit vier Flachmooren von nationaler Bedeutung. Als weitere Einheit wurde die Berglandschaft mit Tobeln, Kuppen und Wäldern genannt.

Fokus liegt auf Wahrnehmung

«Haben Sie sich schon mal überlegt, welche Eigenarten unsere Landschaft prägen?», fragte Andi Hafner, und die Anwesenden waren um die Antworten nicht verlegen. Auf Kärtchen wurden die Wünsche notiert, und so füllten sich die Pinwände im Nu. Christian Eggenberger, Projektleiter beim Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg, warnte davon, Wünsche zu notieren, die nicht ins Landschaftsqualitätsprojekt gehörten, wie zum Beispiel die Zonenpläne. Zudem gelte es, keine Projekte auszuwählen, für die der Landwirt bereits Beiträge zur Verbesserung der Biodiversität erhalte.

Der Fokus liege jetzt klar bei der Wahrnehmung. «Wir werten auf, was dem Auge wohl tut.»

Bäche wieder freilegen

Zu den Spitzenreitern, die genannt wurden, gehörten die Blumen an Weg- und Strassenrändern, Einzelbäume, offene Bachläufe, Buntbrachen, vielfältige Kulturen.

Ein leidiges Thema scheinen die markanten Siloballenlager in der Landschaft zu sein. Vermehrt wurden diese von den Teilnehmenden kritisiert und als hässlich empfunden. Hingegen war der Wunsch klar spürbar, die eingedohlten Bäche wieder freizulegen und die Uferlandschaft naturgetreu zu pflegen. Speziell dem Hochstaudenflor entlang dieser Gewässer sollte Beachtung geschenkt werden. Zudem sollten an Südhängen vermehrt strukturreiche Wiesen wachsen und in der Schmelzwasserrinne Alleen und Hecken gepflanzt werden. Für das Berggebiet wünscht man sich naturbelassene Wege mit grünem Mittelstreifen, aufgewertete Waldränder und eine reiche Abwechslung zwischen extensiv und intensiv bewirtschafteten Wiesen.

Mit grünen Punkten prämierten die Teilnehmer später ihre Wünsche, die Andi Hafner und sein Team nun verarbeiten und dann den Bericht für das Landschaftsqualitätsprojekt erstellen, der im Herbst zuerst dem Kanton und später dem Bund zur Genehmigung eingereicht werden soll.

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