Demnächst fällt der Entscheid

Eins, zwei oder drei? So lautet die Frage für die Behörde der Primarschulgemeinde Herdern-Dettighofen zur Zukunft der Schulhäuser. Kostengründe sprechen für noch ein Schulhaus. Viele Schulbürger wünschen sich aber zwei Standorte.

Manuela Olgiati
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In der Primarschule Herdern-Dettighofen sind zwei der drei Standorte in Frage gestellt. Die Behörde favorisierte Herdern (im Bild) als einzigen Standort. (Bild: Donato Caspari)

In der Primarschule Herdern-Dettighofen sind zwei der drei Standorte in Frage gestellt. Die Behörde favorisierte Herdern (im Bild) als einzigen Standort. (Bild: Donato Caspari)

LANZENNEUNFORN. Das Thema bewegt. Schliesslich gehe es um eine gute Ausbildung der Schulkinder, wie die Schulbehörde betonte. Die Primarschulgemeinde (PSG) Herdern-Dettighofen diskutiert seit Monaten über Schulstandorte. Sinkende Schülerzahlen und die Finanzen setzten diesen Prozess in Bewegung: Soll sie zwei Schulstandorte schliessen, nur einen zumachen oder den Status quo beibehalten mit Schulhäusern in Herdern, Lanzenneunforn und Dettighofen?

Keine Abstimmung

Die Mehrzweckhalle Lanzenneunforn ist am Mittwochabend mit rund 150 Interessierten besetzt. Die Schulbehörde hatte zu einem zweiten Informationsabend und Diskussion eingeladen. Am 17. September will die Schulbehörde zu einer dritten Informationsveranstaltung einladen und über den Standortentscheid informieren. «Der Entschied liegt in der Kompetenz der Schulbehörde», sagt PSG-Präsident Marc Meile.

Die Zeichen stehen nicht gut für den Schulstandort Dettighofen. Von einer Schliessung könnten auch Herdern oder Lanzenneunforn betroffen sein. Pfyns Gemeindepräsidentin Jacqueline Müller informierte über die Ergebnisse aus dem Workshop im Rahmen der Gemeindeentwicklung «Pfyn 2020». «Mit einer Ein-Standort-Lösung in Herdern kann sich Dettighofen nicht identifizieren», sagte Jacqueline Müller. Die Schule werde als starke Verbindung im Dorf wahrgenommen. Die Dettighofer fühlten sich von beiden Schulbehörden – der Primar- und der Sekundarschule – zu wenig vertreten und ernst genommen. Die Schulwege sollten möglichst kurz gehalten und zentral bleiben. Jacqueline Müller schlug der Schulbehörde bei ihrem weiteren Vorgehen mehr Transparenz und mehr Zeit vor. Mehr Zeit einräumen und nicht auf den 17. September eine Lösung durchzwängen. Das ist auch weiteren Schulbürgern wichtig, wie an dem Abend klar wurde.

Um die Schulbehörde zu entlasten, schlug Jacqueline Müller vor, an einer Budgetgemeindeversammlung die Fakten aus Sicht der Schulbehörde in einer Botschaft offenzulegen, damit die Stimmbürger den Entscheid der Schulbehörde besser mittragen können.

Noch einen einzigen Standort?

Die Schulbehörde favorisiert eine Ein-Standort-Lösung im Schulhaus Herdern. Unter den rund 150 Anwesenden meldeten zahlreiche Votanten den Bedarf an zwei Schulstandorten an: Das wären die Schulhäuser Herdern und Lanzenneunforn. Der Gemeinderat favorisiere ebenfalls zwei Schulstandorte, beantwortete Ueli Marty, Gemeindepräsident von Herdern, eine Frage eines Votanten. Das neue Raumplanungsgesetz, erläuterten die Gemeindepräsidenten von Pfyn und Herdern, würden die gesamten Berechnungen über den Haufen werfen, die an der ersten Infoveranstaltung vom Juli vom Büro Wüest & Partner vorgelegt worden seien.

Neuere Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit, die Mathias Weber von Wüest & Partner am Mittwoch vorlegte, sprechen dagegen aus Kostengründen eher für eine Ein-Standort-Lösung.

Giftige Bausubstanz in Herdern

Eine Votantin machte auf giftige Stoffe in der alten Bausubstanz des Schulhauses Herdern aufmerksam. Das Schulhaus bezeichnete sie als marod. Hier müsse man grosszügig sanieren, wenn das Schulhaus für schulische Zwecke weiter genutzt werde soll. Denn über spätere Baukredite werde der Souverän abstimmen müssen.

Die Stimmberechtigten der PSG Herdern-Dettighofen haben derzeit noch via Blog (siehe Kasten) die Möglichkeit, ihre Anliegen weiter einzubringen und damit womöglich mehr Einfluss auf den Entscheid der Schulbehörde zu nehmen.

Marc Meile Präsident Primarschulgemeinde Herdern-Dettighofen (Bild: Gudrun Enders)

Marc Meile Präsident Primarschulgemeinde Herdern-Dettighofen (Bild: Gudrun Enders)