Demenz ist kein Tabuthema mehr

Die Alzheimervereinigung Thurgau feiert ihren 20. Geburtstag. Sie hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten dafür eingesetzt, dass Demenz enttabuisiert wird. Mit Erfolg, findet der Präsident der schweizerischen Alzheimervereinigung.

Christoph Heer
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Präsidentin Susanne Brunschweiler lobt den Einsatz ihres Teams. (Bild: Christoph Heer)

Präsidentin Susanne Brunschweiler lobt den Einsatz ihres Teams. (Bild: Christoph Heer)

WEINFELDEN. 3200 Menschen im Thurgau leiden an Alzheimer. Jährlich erkranken im Thurgau knapp 800 Personen neu an einer Demenz; dementsprechend sind 9600 Angehörige familiär – und ebenso viele beruflich – davon betroffen. Die Hälfte der Menschen mit einer Demenz lebt zu Hause, 500 davon alleine. Zahlen, die erschrecken. Noch vor wenigen Jahren waren Demenzerkrankungen wie Alzheimer und etliche andere Formen noch ein Tabuthema, man sprach höchstens – wenn überhaupt – hinter vorgehaltener Hand darüber, ist man sich innerhalb der Alzheimervereinigung einig. Seit 20 Jahren setzt sich die Thurgauer Sektion dafür ein, das Thema Demenz zu enttabuisieren, und dies sehr erfolgreich.

Immer mehr Mitglieder

Ulrich Gut, Zentralpräsident der gesamtschweizerischen Alzheimervereinigung, betonte an der Feier vom vergangen Freitag im Rathaus Weinfelden, dass die Thurgauer sehr gute Arbeit leisten. «Sie sind leistungsfähig, einflussreich und glaubwürdig, genau auf solche Teams sind wir stolz und hoffen, dass dieser eingeschlagene Weg weiter gegangen wird.» Auch im Thurgau würden die Zahnräder von Fachpersonal und Freiwilligen ineinander greifen. «Nur so können die vielen Angebote, wie die Spielnachmittage oder Ferienwochen, durchgeführt werden.»

Bei der Gründung der Alzheimervereinigung Thurgau vor 20 Jahren traten 60 Personen bei. Jährlich können neue Mitglieder gewonnen werden. Der Bestand ist mittlerweile auf knapp 400 angewachsen. Seit 2011 amtet Susanne Brunschweiler als Präsidentin. Sie könne stets auf die tadellose Mitarbeit ihres Teams zählen, sagte sie.

100 Besucher an der Feier

Zur Feier gehörte neben etlichen Gruss- und Dankesworten auch die musikalische Umrahmung durch das Trio Artemis. Das Referat von Professor Lutz Jäncke «Musik und das alternde Gehirn» wurde von den gut 100 Besuchern, darunter Fachpersonen, Pflegedienstleiter, Angehörige und Interessierte, mitverfolgt. Beim abschliessenden Apéro feierte man in den Abend hinein und stiess auf die kommenden 20 Jahre Alzheimervereinigung Thurgau an.