Dem Zahn auf den Zahn gefühlt

Das einst in Amriswil gefundene Stück eines Mammutstosszahns hat einen Besuch in der Zahnarztpraxis hinter sich. Der Amriswiler Zahnarzt Rolf Hess wollte sehen, ob auf dem Röntgenbild etwas Spezielles zu erkennen ist.

Maya Mussilier
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Rolf Hess und Eugen Fahrni bringen das Stück eines Mammutstosszahns im Röntgengerät in Position. (Bild: Maya Mussilier)

Rolf Hess und Eugen Fahrni bringen das Stück eines Mammutstosszahns im Röntgengerät in Position. (Bild: Maya Mussilier)

AMRISWIL. Für Rolf Hess ist es eine Liebhaberei. Wenn er auf alte Fossilien stösst, dann ist sein Interesse geweckt. In seiner Praxis stellt der Amriswiler Zahnarzt zur Freude seiner Klienten einige Exponate aus. Dass ein vor rund 100 Jahren gefundenes Stück eines Mammutstosszahns in diesem Jahr im Ortsmuseum Amriswil ausgestellt war, brachte ihn auf eine Idee: Er wollte dem Zahn auf den Zahn fühlen und bat seinen Freund Eugen Fahrni vom Ortsmuseum darum, mit dem Exponat in die Praxis zu kommen, damit es geröntgt werden kann.

Mit Hammer und Meissel

«Früher, als unsere Kinder noch im Schulalter waren, haben wir uns zusammen auf die Suche nach Fossilien gemacht», erzählt Eugen Fahrni vom Ortsmuseum Amriswil. Mit Hammer und Meissel ausgestattet, seien sie damals in Beggingen bei Schaffhausen in die Kiesgrube gestiegen und hätten sich auf die Suche gemacht. Keine Frage, Eugen Fahrni transportierte kürzlich das gute Stück in die Zahnarztpraxis, wo es im Röntgengerät positioniert wurde.

«Ich habe das schon mit anderen Exponaten gemacht», sagt Rolf Hess und lacht. So wurden schon Zähne von Urpferden oder Höhlenbären in der Praxis geröntgt. Dass der Mammutzahn trotzdem etwas Spezielles ist, zeigte sich am grossen Interesse, das auch die Angestellten der Zahnarztpraxis zeigten. Jeder, der kurz Zeit aufbringen konnte, warf einen Blick auf das gute Stück, dessen Röntgenaufnahmen jetzt unter «Rolf Mammut» archiviert sind.

Ein Stück Schädel

«Bei diesem Mammutzahn handelt es sich um den knöchernen Teil des Kiefers. Es ist der oberste Teil, wo der Zahn aus dem Knochen herauswächst, also eigentlich ein Stück Mammutschädel», erklärt Rolf Hess. Er erhoffte sich, auf dem Röntgenbild zu erkennen, ob es eine Frakturstelle gibt. «Leider war das Ergebnis nicht so gut. Man sieht einfach den Innenteil des Zahns und den knöchernen Teil. Aber das sieht man auch von blossem Auge, wenn man sich den Zahn ansieht.»

Dem Zahn dürfte das Ergebnis gleichgültig sein. Er wurde unterdessen mit einem Abschlussanlass aus dem Ortsmuseum Amriswil verabschiedet und gut verpackt in das Naturmuseum Frauenfeld zurückgebracht.

Das Röntgenbild des Mammutstosszahns. (Bild: pd)

Das Röntgenbild des Mammutstosszahns. (Bild: pd)

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