Dem Vollmond auf der Spur

MAMMERN. Der Verkehrsverein Mammern hat am Samstag zur Wandernacht eingeladen. 50 Personen haben daran teilgenommen und den stündigen Fussmarsch im Licht des Vollmondes auf sich genommen.

Margrith Pfister-Kübler
Drucken
Teilen
Romantische Vollmondstimmung auf der Insel Werd. Ein Hund gönnt sich ein kühles Bad im See. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Romantische Vollmondstimmung auf der Insel Werd. Ein Hund gönnt sich ein kühles Bad im See. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Die erste Überraschung am Samstagabend wartet dort, wo sie keiner vermutet: Am Bahnhof Mammern. Um 20.30 Uhr warten über 50 Leute dort. Sie wollen an der Nachtwanderung des Verkehrsvereins Mammern teilnehmen. Der Präsident Alfred Nutz strahlt über das ganze Gesicht. Stefan Weber, Organisator der siebten Mammerner Wandernacht, ist erfreut: «So schön, so viele kamen noch nie.»

Erlebnisse mit dem Verkehrsverein Mammern sprechen sich halt herum. Seit 70 Jahren setzt sich der Verein ehrenamtlich für die touristischen und kulturellen Belange des Dorfes ein. Dazu zählen touristische Auskünfte, Marketing für den Tourismus in Mammern, Wanderwegunterhalt, Blumenschmuck, touristische Signalisationen, Organisation von Spezialanlässen und vieles mehr.

Ziel ist die Insel Werd

Gemütlich spazieren die Teilnehmer der Nachtwanderung los. Vom Bahnhof geht es zum Veloweg. Die Gruppe wandert dem Weg entlang bis sich dieser verzweigt. Auf der halben Strecke vor Eschenz überquert sie die Hauptstrasse und marschiert dem Seeweg entlang weiter – vorbei an Ferienhäusern mit Seeanstoss, vorbei an der Badi, immer Richtung Sonnenuntergang. Eine Stunde Fussmarsch bis zum Ziel, der Insel Werd, liegt vor den Wanderern. Einige drehen ihre Köpfe zurück nach Osten. Dort lockt der Anblick des Vollmonds. Die Geräusche in den Feldern und Büschen werden von den auf dem Feldweg knirschenden Schritten übertönt. Während der Wanderung bilden sich Grüppchen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Auch Eltern mit Kinderwagen sind mit auf der Tour.

Über eine Brücke ans Ziel

Langsam wird es dunkel, und die Geräusche der Nacht erwachen: Grillen zirpen, Frösche quaken und der Seerhein rauscht. Der Weg führt nun über eine Brücke zur Insel Werd, wo die Wanderer die beleuchtete Burg Hohenklingen hinter den Pappeln erblicken. Und dort wartet auch die zweite Überraschung auf die Teilnehmer der Nachtwanderung: Im privaten Parkareal der Franziskanermönche ist alles für das Essen und Trinken bereit. Während des Essens diskutieren die Teilnehmer rege. Die Kinder eilen aber davon. Sie fangen die quakenden Frösche ein, setzen sie in grosse Becher und entlassen die Tiere wieder in die Freiheit.

Fackeln leuchten den Heimweg

Schliesslich verteilen die Organisatoren Fackeln. Es ist Zeit, den Heimweg anzutreten. Sternschnuppen entdecken die Wanderer in dieser Nacht keine. Vielleicht gibt es nichts zu wünschen. Oder doch? Ein tapfer marschierendes Kind blickt fragend zu seiner Mutter und sagt: «Gell, hüt dörf i ohne Zähnputzen ins Bett.» Das ist wohl Ausdruck beginnender Müdigkeit kurz vor Mitternacht.