Dem Loipenschreck auf der Spur

HÖRHAUSEN. Nachts fährt ein Unbekannter mit seinem Auto auf der präparierten Langlaufpiste beim Haidenhaus und zerstört sie. Langlaufexperte Heini Gubler reicht es nun: Wer die Identität des Phantoms lüftet, erhält 100 Franken Belohnung.

Gudrun Enders
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Spur auf der Piste: Der Loipen-Verantwortliche Heinrich Gubler zeigt auf die Reifenspur, die trotz Tauwetter immer noch gut zu sehen ist. (Bild: Gudrun Enders)

Spur auf der Piste: Der Loipen-Verantwortliche Heinrich Gubler zeigt auf die Reifenspur, die trotz Tauwetter immer noch gut zu sehen ist. (Bild: Gudrun Enders)

Auf dem Seerücken geht ein «Spezialist» um. Er wird bei Schnee und auf der Loipe aktiv – und das seit fast 15 Jahren. Bei bestem Langlaufwetter steigt dieses Phantom ins Auto und unternimmt eine Spritztour in Richtung Haidenhaus, um schliesslich auf der präparierten Skipiste weiterzufahren. «Derjenige muss einen Allradantrieb haben», vermutet Heinrich Gubler aus Hörhausen. Der Inhaber des Skigeschäfts gründete 1980 den Langlaufclub Seerücken-Haidenhaus mit. Seitdem ist er ehrenamtlich im Vorstand aktiv und für die Loipe verantwortlich.

Spritztour verursacht Arbeit

Vergangenes Wochenende legte der Loipenschreck sogar rund einen Kilometer mit seinem Auto auf der Piste zurück. Mittlerweile ist die Loipe auf dem Seerücken bis auf einen kläglichen Rest weggeschmolzen, aber in der Regel ist die bis zu 15 Zentimeter tiefe Reifenspur sehr ärgerlich. Denn der Langlaufclub Seerücken-Haidenhaus muss dann nochmals ausrücken und die Loipe neu spuren, was zwei Stunden Arbeit und entsprechende Kosten nach sich zieht. «Ich vermute, dass derjenige mit seinem Auto erst nach Mitternacht auf der Loipe unterwegs ist», sagt Gubler. Nur so könne er sich erklären, weshalb der Pistenschreck seit rund 15 Jahren unerkannt sein Unwesen treibe. «Das ist wie ein wiederkehrendes Übel.»

Im Schnee steckengeblieben

Einmal hätte Heinrich Gubler die Chance gehabt, dem Phantom auf die Schliche zu kommen. Denn vor zwei Jahren blieb der Loipenschreck mit seinem Wagen im Schnee stecken. Doch Gubler erklärt, warum er weder Namen noch Kennzeichen erfährt. Der Landwirt, der den Wagen herauszog, sei so gut entlöhnt worden, dass er schweige.

Anfangs dachte Heinrich Gubler noch an jugendlichen Übermut. Doch der hätte sich über die Jahre auswachsen müssen. Also rätselt Gubler weiter über die Motivation des Loipenschrecks. Möglicherweise lockt ihn der reine Plausch, auf Schnee zu fahren. «Dann könnte er sein Vergnügen auf vielen anderen Wegen ausleben», appelliert Gubler.

Anders der Fall, wenn der Pistenschreck den Langläufern oder dem Langlaufclub schaden will. In dem Fall könnten ihm aufmerksame Einheimische auf die Schliche kommen. Inzwischen winkt Heinrich Gubler mit 100 Franken Belohnung, sollte er einen entscheidenden Tip bekommen.