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Dem Ingenieur ist nichts zu schwer

Der ehemalige Zürcher Kantonsingenieur Thomas Kieliger hat in Arbon wesentlich mitgeholfen, das Volk von der neuen Entlastungsstrasse zu überzeugen. Frauenfeld stimmt im Herbst 2014 über einen Umfahrungstunnel ab, und Kieliger ist wieder dabei.
Thomas Kieliger arbeitet daran, den Schwerverkehr vom Frauenfelder Rathausplatz wegzubringen. (Bild: Thomas Wunderlin)

Thomas Kieliger arbeitet daran, den Schwerverkehr vom Frauenfelder Rathausplatz wegzubringen. (Bild: Thomas Wunderlin)

Herr Kieliger, arbeiten Sie zu Ihrem Vergnügen in Frauenfeld?

Thomas Kieliger: Nein. Wobei die Arbeit durchaus spannend ist.

«Über 50-Jährige arbeiten oft aus Vergnügen, nicht fürs Geld oder fürs Prestige.» Der Satz stammt von Ihrem Beratungsunternehmen.

Kieliger: Was das Prestige betrifft, so hätte ich Kantonsingenieur bleiben müssen.

Also arbeiten Sie doch wie die meisten fürs Geld.

Kieliger: Ja, ich habe nicht geerbt, und als Ingenieur werden Sie nicht reich. Die Baubranche macht sich selber das Leben schwer.

Wie oft sind Sie in Frauenfeld an der Arbeit?

Kieliger: Im Schnitt etwa zwei Tage pro Woche.

Wieso holt man jemanden wie Sie? Sie sind ehemaliger Kantonsingenieur und erfüllen hier eine solche Arbeit. Es gibt im Thurgau aber bereits einen Kantonsingenieur, und auch Frauenfeld hat Tiefbauer.

Kieliger: Das ist – entschuldigen Sie den Ausdruck – eine Riesenkiste, die da ansteht. Man hat intern diese Kapazität nicht frei. Mein Mandat dauert ja nicht ewig. Die Hauptarbeit findet dieses Jahr statt. Nachher ist sie im wesentlichen abgeschlossen. Ein solches Projekt machen Arbon oder Frauenfeld vielleicht einmal in zwanzig Jahren. Es hat keinen Sinn, dafür die Kapazität auszubauen. Es ist meine Rolle, mit meinem Know-how und meinen Kontakten punktuell mitzuhelfen. Wenn das Projekt läuft, bin ich wieder weg. Auch als Kantonsingenieur habe ich für Projekte kurzfristig solche Leute eingesetzt.

Sie haben in Arbon dieselbe Aufgabe beim Projekt der Neuen Linienführung der Kantonsstrasse gehabt. Was sind die Unterschiede zum Frauenfelder Projekt?

Kieliger: In Arbon war die Machbarkeitsstudie da. Man wusste, dass es eine neue Kantonsstrasse geben sollte und wo diese etwa liegt. Es ging in erster Linie um die Umsetzung. In Frauenfeld ist man vielleicht einen Schritt früher dran.

Der Frauenfelder Stadtrat hat allerdings die Linienführung der sogenannten Stadtentlastung im wesentlichen festgelegt. Ein Tunnel soll vom Messenriet in das Gebiet Walzmühle-Aumühle führen.

Kieliger: Es geht auch um den Bahnhofplatz und die Innenstadt. Man macht zuerst die Stadtentwicklung, das heisst, man formuliert die Schlüsselprojekte – was will man genau, was will man wo – und geht dann in die Umsetzung. Ich bin hier wie in Arbon zuständig dafür, als Gesamtprojektleiter alle Fäden zusammenzuhalten.

Wieso werden diese sogenannten Schlüsselprojekte Bahnhof-Stadtkaserne, Innenstadt und Stadtentlastung zusammen entwickelt?

Kieliger: Die gemeinsame Entwicklung der drei Schlüsselprojekte bietet die Chance, Stadtentwicklung für die Stadt Frauenfeld aus einem Guss zu ermöglichen und Synergien zu schaffen. Wir bauen wie in Arbon auch die Strassen nicht aus reinem Vergnügen, sondern als begleitende Massnahme, um die Stadt zu entwickeln.

In Arbon haben Sie geholfen, die neue Strasse durch die Volksabstimmung zu bringen. Das erhofft man sich auch in Frauenfeld, wo das Vorgängerprojekt 2007 gescheitert ist. Sind Sie ein Garant für gewonnene Volksabstimmungen?

Kieliger: Nein, sicher nicht. Es arbeiten eine Vielzahl von Personen mit. Gemeinsam bringen wir das Projekt zum Erfolg. Ich arbeite im Hintergrund und versuche mitzuhelfen, dass es gut kommt. Ich kann nur Vorschläge zuhanden der Stadtregierung und des Kantons machen.

Interview: Thomas Wunderlin

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