Delphin tot – ist er vergiftet worden?

Im Lipperswiler Connyland ist am Dienstag ein Delphin verendet. Tierschützer sehen darin einen Zusammenhang mit einer Technoparty, die vor kurzem auf dem Gelände des Freizeitparks stattgefunden hat. Die Betreiber bestreiten dies und deuten andere Gründe an.

Valentin Schneeberger/ daniel Walt
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Lebt nicht mehr: Delphin «Shadow», hier im Alter von zwei Monaten, ist am Dienstag plötzlich gestorben. (Bild: Reto Martin)

Lebt nicht mehr: Delphin «Shadow», hier im Alter von zwei Monaten, ist am Dienstag plötzlich gestorben. (Bild: Reto Martin)

LIPPERSWIL. Ein Delphin-Männchen starb am Dienstagvormittag im Connyland Lipperswil in den Armen eines Tiertrainers. Kurz nach Beginn einer Trainingssession in der Winterhalle des Freizeitparks, habe das Tier plötzlich angefangen, sich zu krümmen. Dann setzte die Atmung aus, Herzstillstand trat ein. Shadow war sofort tot.

Das Tierspital der Universitätsklinik in Zürich klärt nun ab, woran der achtjährige Tümmler gestorben ist. Zwei deutsche Tierschutz-Organisationen vermuten, dass das Tier aufgrund von Stresssymptomen verendet sei – ausgelöst durch Lärm einer Technoparty, welche vor kurzem auf dem Gelände des Freizeitparks stattgefunden hat.

Connyland unter Druck

Für die Verantwortlichen des Connylands ein unhaltbarer Vorwurf. «Für uns ist dieser Vorwurf völlig haltlos», sagt Pressesprecher Erich Brandenberger, der für gestern eilig eine Pressekonferenz anberaumt hat. Das Veranstaltungslokal, in dem die Party stattgefunden habe, sei stark schallgeschützt – «selbst zwei Vertreterinnen von Tierschutzorganisationen, die zugegen waren, mussten zugeben, dass man in der Winterhalle nichts hört», hält er fest.

Laut dem Connyland-Sprecher gab es im Vorfeld keinerlei Anzeichen, dass es Shadow nicht gutgegangen wäre. Eine erste Untersuchung des toten Delphins brachte kein Ergebnis: «Sämtliche Organe waren völlig gesund – die Todesursache ist bisher ein Rätsel», sagt Brandenberger. Jetzt seien am Unispital mikroskopische und bakterielle Untersuchungen angelaufen. Ergebnisse könne man in etwa zwei oder drei Wochen erwarten.

Für das Connyland steht viel auf dem Spiel. Politiker in Bern haben kürzlich eine Motion eingereicht, welche ein sofortiges Importverbot für Delphine fordert (siehe Kasten). Es verwundert also nicht, wenn das Connyland eine Spur verfolgt, die den Event-Park reinwäscht. Es müsse auch die Möglichkeit der Fremdeinwirkung, konkret einer Vergiftung des Tieres, in Betracht gezogen werden. «Die Winterhalle ist nicht schwer gesichert. Wenn jemand in die Halle hinein will, so schafft er das auch», sagt Brandenberger.

Kantonstierarzt in der Kritik

Jürgen Ortmüller vom Wal- und Delphinschutz-Forum (WDSF) kritisiert nach dem Todesfall den Leiter des kantonalen Veterinäramts, Paul Witzig, scharf. «Er war bei der Technoparty vor Ort und hat die Lage als unproblematisch beurteilt – dies, obwohl Vibrationen zu spüren waren», sagt er.

Zudem habe Witzig zugegeben, kein Fachmann für Delphine zu sein. Paul Witzig war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.