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Delfintod im Connyland: Freispruch für Tierarzt

KREUZLINGEN. Den Tierarzt der beiden 2011 im Freizeitpark Connyland in Lipperswil verstorbenen Delfine trifft keine Schuld am Tod der Tiere. Das Bezirksgericht Kreuzlingen hat den Mann am Mittwoch vom Vorwurf der fahrlässigen Tierquälerei freigesprochen.
Den Delfinen im Connyland sollen zu hohe Antibiotika-Dosen verabreicht worden sein. (Bild: Reto Martin/Archiv)

Den Delfinen im Connyland sollen zu hohe Antibiotika-Dosen verabreicht worden sein. (Bild: Reto Martin/Archiv)

Für die Staatsanwaltschaft war es Tierquälerei. Vor einem Jahr erliess sie gegen den ausländischen Tierarzt einen Strafbefehl. Wegen fahrlässiger Tierquälerei und Widerhandlungen gegen das Heilmittelgesetz wurde er zu einer Busse von 4000 Franken verurteilt. Der Tierarzt erhob Einspruch gegen die Busse. Sein Verteidiger plädierte am Mittwoch vor Bezirksgericht Kreuzlingen auf Freispruch.

Die Staatsanwaltschaft hielt an ihren Anträgen und der Busse fest. Der Spezialist für Meeressäugetiere soll mehrfach fahrlässig Delfine gequält haben. Die beiden Delfine Shadow und Chelmers seien als Folge zu hoher Antibiotika-Dosierung gestorben. Die Staatsanwaltschaft hatte sich bei ihrer Anklage auf die Gutachten der Uni Zürich und des Rechtsmediznischen Instituts St.Gallen berufen. Andere Todesursachen wie Partylärm oder eine vorsätzliche Vergiftung der Delfine wurden ausgeschlossen.

Der Gerichtsvorsitzenden sprach den Angeschuldigten in allen Punkten frei. Es sei nicht restlos nachgewiesen, dass das Medikament zum Tod der Tiere geführt habe. Ausserdem sei die korrekte Dosierung des Antibiotikums für Delfine unklar. Dem Tierarzt könne zudem keine strafbare Handlung und kein Verschulden nachgewiesen werden.

Das Gericht hat dem international anerkannten Experten für Meeressäuger eine Genugtuung von 500 Franken zugesprochen, da durch die Medienberichte im Vorfeld der Verhandlungen sein Ruf gelitten habe. Die Staatsanwaltschaft will die Begründung genau prüfen und dann entscheiden, ob sie Berufung gegen das Urteil einlegt.

Importverbot beschlossen
Das Connyland war vor drei Jahren in die Schlagzeilen geraten: Der Tode der beiden Delfine rief Tierschützer und Politiker auf den Plan. Ein vom National- und Ständerat Mitte 2012 beschlossenen Importverbot für Delfine bedeutete für das Delfinarium das Aus. Eine natürliche Nachzucht war mit drei verbleibenden Tieren nicht möglich.

Ende 2013 wurde das letzte Delfinarium der Schweiz geschlossen. Mit der Umsiedlung der beiden Delfine nach Jamaika und dem Tod von Angel ging im Freizeitpark in Lipperswil eine Ära zu Ende. 40 Jahre lang waren im Connyland Delfine gehalten worden, maximal waren es sieben Tiere. (sda/san)

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