D'Chor Manne als Einkaufstouristen

Die Abendunterhaltung des Männerchors Mammern ist Kult und zieht rund 800 Fans an. Doch nun haben sich die Sänger zusätzlich noch eine Verjüngungskur verpasst. Präsident Emil Meier verrät, was es damit auf sich hat.

Gudrun Enders
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Emil Meier Präsident D'Chor Manne Mammere. (Archivbild: Nana do Carmo)

Emil Meier Präsident D'Chor Manne Mammere. (Archivbild: Nana do Carmo)

Die Abendunterhaltung des Männerchors Mammern ist Kult. Warum gibt es Neuerungen?

Emil Meier: Das Alte war zwar sehr gut gewesen, aber man muss sich wieder einmal einen neuen Touch geben. Auch das Programmheft wird neu aufgemacht, was sehr durch Sponsoren unterstützt wird. Wir haben auch einen Designer angestellt, der ein neues Logo entworfen hat: Jetzt heissen wir nicht mehr Männerchor Mammern, sondern D'Chor Manne Mammere. Wir wollen uns für Neues öffnen und damit auch für neue Sänger.

Viele Männerchöre leiden unter Mitgliederschwund. Wie stehen die Chor Manne Mammere da?

Meier: Es hat schon gefruchtet, wir haben drei neue und jüngere Mitglieder. Ein weiterer Sänger will noch zu uns stossen. Wir haben 25 Sänger, die Hälfte kommt aus Mammern, die andere Hälfte aus anderen Dörfern.

Warum?

Meier: Wir sind interessant vom Liedgut her, von der Qualität und vom Zusammenhalt. Wir nehmen jeden so auf, wie er ist. Wenn ein Neuer in den Chor kommt, wird er von einem Götti eingeführt, damit es ihm auch gefällt.

Ist die letzte Abendunterhaltung nicht so gut besucht gewesen?

Meier: Die Abendunterhaltung gefällt. Wir haben viele Fans. Gegen 800 Gäste kommen jedes Jahr. Letztes Jahr war knapp voll, bis zu 50 Gäste mehr hätten kommen können. Das hat mich bewogen, mehr Werbung zu machen und etwas Neues zu probieren und trotzdem auch an Bewährtem festzuhalten.

Ist das Singspiel neu?

Meier: Unser ehemaliger Dirigent David Lang hat eingeführt, dass wir nicht einfach nur singen, sondern dabei auch eine Geschichte erzählen. Wir haben mit ihm vereinbart, dass er uns jedes Jahr eine solche Geschichte komponiert und textet. Das hat er auch dieses Jahr gemacht. Wir bezahlen das natürlich. Er kann den acht Sängern nach ihren Fähigkeiten eine Rolle auf den Leib komponieren. Ausserdem hat er die Fähigkeit, Aktuelles zu bringen.

Welches aktuelle Thema hat er dieses Mal gewählt?

Meier: Es geht um Einkaufstourismus. Ein Zöllner wird krank, weil er nur noch Ausfuhrscheine abstempeln muss. Einstudiert haben wir das Singspiel mit unserer Dirigentin. Das ist eine grosse und lange Probenarbeit.

David Lang ist seit zwei Jahren weg. Wie habt ihr das verkraftet?

Meier: Sehr gut, aber nur, weil wir Dirigentin Kornelia Scherer-Chrobog gewinnen konnten. Sie ist musikalisch ebenbürtig und hat uns nahtlos übernommen.

Profi-Chorleiterin und ein extra komponiertes Singspiel – wie kann das ein Chor finanzieren?

Meier: Wir nehmen 20 Franken Eintritt für die Unterhaltung. Wir haben ein dickes Programmheft mit mehr Sponsoren. Das reicht gerade, so dass wir nicht noch selbst etwas berappen müssen.

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