Dauerhafte Bauwerke

FRAUENFELD. Das Büro Staufer & Hasler gehört zu den Preisträgern des diesjährigen Prix Meret Oppenheim. Das Bundesamt für Kultur würdigt die Frauenfelder Architekten für ihre «soliden Bauprojekte von höchster Qualität».

Stefan Hilzinger
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Die Eingangshalle des Bundesverwaltungsgerichts in St. Gallen (2012): Ein Beispiel für die Architektur von Staufer & Hasler. (Bild: pd/Roland Bernath)

Die Eingangshalle des Bundesverwaltungsgerichts in St. Gallen (2012): Ein Beispiel für die Architektur von Staufer & Hasler. (Bild: pd/Roland Bernath)

«Ein schönes Haus hält ewig.» Das sagt der Frauenfelder Architekt Thomas Hasler. Vor gut zwanzig Jahren gründeten Astrid Staufer und er die Firma Staufer & Hasler Architekten AG. Nun kommt das Büro mit Sitz in Frauenfeld zu nationalen Ehren. Es gehört zu den vier diesjährigen Preisträgern des Eidgenössischen Kunstpreises Prix Meret Oppenheim, wie das Bundesamt für Kultur diese Woche bekanntgab (siehe Kasten).

«Das ist ein ganz wichtiger Preis für uns», sagt Astrid Staufer. Die eidgenössische Ehrung sei ein Zeichen dafür, «dass man unsere Arbeit wahrnimmt». Es ist zwar nicht der erste Preis, den das Frauenfelder Büro erhält. So gewann es etwa den «Prix Beton 13» für den Neubau des Bundesverwaltungsgerichtes in St. Gallen. «Wir sind keine Preisjäger, bewerben uns auch nie um Preise. Und für den Prix Meret Oppenheim kann man sich gar nicht bewerben.»

Orientierung am Lokalen

60 Personen arbeiten derzeit für das Büro, 55 im Eisenwerk in Frauenfeld und fünf in Zürich. Das sei keine Selbstverständlichkeit. «Büros dieser Grösse gibt es eher in Grossstädten wie Zürich oder Basel», sagt Hasler. Doch dieses Verwurzeltsein im Lokalen und Kleinräumigen macht Staufer & Hasler nun preiswürdig, hat die Jury befunden. «Wir fliegen nicht einfach etwas ein und pflanzen es in die Landschaft, ohne auf die Umgebung zu achten.»

Trotz Kunstpreis: «Architektur ist keine Kunst, sondern eben Architektur», sagt Astrid Staufer. Im Zentrum stehen Nutzung, Bautechnik und Schönheit. «Ein hässliches Bauwerk, einzig auf Nutzen und Kosten getrimmt, brechen sie nach 30, 40 Jahren wieder ab.»

Dieses Bewusstsein für das architektonisch Gute und Schöne leide in Zeiten rasch hochgezogener Grossüberbauungen, sagt Hasler. «Aber schauen Sie das Regierungsgebäude an in Frauenfeld. An dem ist nun weitergebaut worden für die nächsten Jahrhunderte. Zweckbauten aus den 1980er-Jahren, wie etwa der Anbau der Frauenfelder Post, verschwinden früher oder später wieder.» – «Solide Bauprojekte von höchster Qualität» attestiert die Jury dem Frauenfelder Büro. Solidität im Sinne einer zeitlosen auch ästhetischen Beständigkeit.

Astrid Staufer und Thomas Hasler. (Archivbild: Stefan Beusch)

Astrid Staufer und Thomas Hasler. (Archivbild: Stefan Beusch)

Gestalten und Forschen

Thomas Hasler (1957) ist in Guntershausen bei Aadorf aufgewachsen, Astrid Staufer (1963) in der Zürcher Agglomeration, hat ihre ersten Lebensjahre aber am Bodensee verbracht. Staufer und Hasler sind nicht nur Gestalter von Bauten, sondern sie widmen sich auch der Lehre und Forschung. Sie unterrichteten an der ETH Zürich, der ETH Lausanne. Derzeit haben sie eine Professur an der Technischen Universität Wien inne. Zudem veröffentlichen sie regelmässig in ihren Fachgebieten, «dass wir nicht nur bauen, sondern auch lehren, forschen und schreiben, macht uns als Büro andersartig», sagt das Architektenduo.

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