Datenschützer warnt vor Mailversand

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Thurgau Die Kantonsverwaltung und die Thurgauer Gemeinden gehen zu sorglos mit Mails um. Der kantonale Datenschutzbeauftragte Fritz Tanner schreibt im Tätigkeitsbericht 2017, das Bewusstsein sei «immer noch nicht vollends durchgedrungen», dass der externe Mailversand unsicher sei. Oft werde nicht beachtet, dass ein Mail mit der Adressstruktur name@xxx.ch vom Mailanbieter xxx vollumfänglich eingesehen und «ausgewertet werden kann und auch wird».

Ebenso warnt der Datenschützer Behörden davor, Daten auf fremde Server zu übertragen. Das sei auch unter dem Aspekt des Amtsgeheimisses «sehr problematisch». Die Auslagerung sei nur ausnahmsweise bei strengen Sicherheitsregelungen zulässig. Tanner rät von externen Remote-Desktop-Lösungen ab, weil dadurch ein aussenstehender Softwareberater Zugriff auf den gesamten Computer mit allen Daten erhalte. Bei der Kontrolle von sechs Ämtern verlangte er in einem Fall einen besseren Datenschutz. Es sei darum gegangen, wie bei der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative Daten mit privaten Arbeitgebern ausgetauscht werden sollen.

Tanner empfiehlt Behörden und Privaten, die neue Datenschutz-Grundverordnung der EU zu beachten. Wenn Daten von EU-Einwohnern betroffen seien, drohten hohe Strafen. Die EU gehe beim Datenschutz weiter als die Schweiz, etwa beim Recht auf Vergessenwerden. Dass dieses Recht nicht besteht, darauf weist er auch in Zusammenhang mit Schrittzählern hin. Einige Krankenkassen gewähren Rabatte, wenn man seine 10 000 täglichen Schritte nachweise. In späteren Jahren würden sie höhere Prämien bei der Zusatzversicherung verlangen, da «wir früher zu viel auf den Beinen waren und wir sicherlich bald an Gelenkabnützungen leiden werden». (wu)