Datenautobahn ist besiegelt

Nun steht fest: In Gachnang gibt es bis 2020 ein flächendeckendes Glasfasernetz. Die Gemeinde und der Frauenfelder Kabelnetzbetreiber Leucom haben dafür eine einfache Gesellschaft gegründet. Auch die Swisscom ist mit im Boot.

Mathias Frei
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Dieses Bild wird man in Zukunft wohl auch in Gachnang sehen: Im Untergrund werden Glasfasern verlegt. (Bild: Urs Bucher)

Dieses Bild wird man in Zukunft wohl auch in Gachnang sehen: Im Untergrund werden Glasfasern verlegt. (Bild: Urs Bucher)

GACHNANG. «Alles ist unter Dach und Fach», kann Gachnangs Gemeindeammann Matthias Müller verkünden. Nach einer Absichtserklärung vergangenen Juni seien nun die Kooperationsverträge unterschrieben. Das weitläufige Gachnanger Gemeindegebiet von Gachnang bis hinüber in den Hohliberg wird flächendeckend mit einem Glasfasernetz erschlossen. Bis 2020 werden dafür 35 Kilometer Datenautobahnkabel verlegt. Wobei Müller das Ziel hat, dass das Netz schon bis 2019 steht, also just zum Ende seiner letzten Gemeindeammann-Legislatur.

35 Kilometer für 7,5 Millionen

Für die Gachnanger Erschliessung wurde die einfache Gesellschaft Gachnang.net gegründet, an der die Gemeinde Gachnang und der ostschweizweit aktive Frauenfelder Kabelnetzbetreiber Leucom je hälftig beteiligt sind. «Die Swisscom wollte nur einen Partner», erklärt Müller dieses neue Modell der lokalen Zusammenarbeit. Dieser Partner ist nun Gachnang.net. Von den gesamten Baukosten von 7,5 Millionen Franken übernimmt die Swisscom einen Drittel, die Beteiligung über fünf Millionen Franken von Gachnang.net teilen sich Gachnang und Leucom. Zu einer ersten Tranche über 400 000 Franken sagten die Gachnanger im Budget 2013 Ja. Im vergangenen Dezember genehmigten Budget 2015 sind nochmals 2,1 Millionen Franken vorgesehen. «Ich bin überzeugt, dass wir mit diesem Modell eine gute Lösung gefunden haben», sagt Müller.

Gachnang.net macht Anschlüsse

Der Netzausbau soll Mitte 2015 starten. Die Swisscom übernimmt die Leitungen, Gachnang.net zeichnet für die Hausanschlüsse verantwortlich. Insgesamt gilt es, 930 Gebäude anzuschliessen mit 1400 Nutzungseinheiten, also Wohnungen oder Büros. Einzelne Neubauten werden schon vorher an das Glasfasernetz angeschlossen. Ebenfalls kommen alle Liegenschaften der Gemeinde wie Verwaltungsgebäude, Schulhäuser und Trafostationen an die Datenautobahn. Der Ausbau werde mit anderen anstehenden Tiefbauarbeiten in der Gemeinde koordiniert, sagt Gemeindeammann Müller.

Jeder Anschluss bekommt vier Glasfasern. Dies entspricht gemäss der gemeinsamen Medienmitteilung den Empfehlungen der Eidgenössischen Kommunikationskommission. Zudem hätten die Kunden so die Wahl zwischen attraktiven Angeboten verschiedener Telekommunikationsanbieter. Zwei Fasern werden der Swisscom gehören, über die anderen zwei kann Gachnang.net verfügen.

Innovativ im Thurgau

Auch die Leucom zeigt sich zufrieden ob der nun besiegelten Lösung. Das Gachnanger Modell sei die «wohl beste Art der Zusammenarbeit», sagt Leucom-CEO Markus Schlatter. «So bilden wir mit der Gemeinde Gachnang zusammen ein starkes Gegengewicht zur Swisscom», stellt er fest. Im Thurgau sei man erfreulicherweise schon ziemlich weit in Sachen Glasfasererschliessung. Und ohne Einbindung der Standortgemeinde in irgendeiner Form gehe das nicht. «Wir müssen Zusammenarbeiten suchen.»

Matthias Müller Gemeindeammann Gachnang (Bild: Nana do Carmo)

Matthias Müller Gemeindeammann Gachnang (Bild: Nana do Carmo)

Markus Schlatter CEO Leucom Stafag AG (Bild: pd)

Markus Schlatter CEO Leucom Stafag AG (Bild: pd)

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