Das war der Hammer

RESTZUCKER

David Angst
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Wenn er König der Schweiz wäre, sagte der Konditormeister Urs Köppel an der Berufsmesse, müsste jeder nach der Schule zuerst zwei Jahre arbeiten. Köppel meinte natürlich nicht ein Praktikum bei der Kantonalbank, sondern in einer Backstube, in einer Werkstatt oder auf dem Bau. Der Gedanke ist verlockend. Die Frage ist nur, ob so ein handwerkliches Betriebspraktikum auch denen etwas bringt, die zwei linke Hände haben. Für sie wäre es nichts anderes als eine Schikane. Es gibt Promis, die davon ein Liedchen singen können.

Einer von ihnen ist Martin Salvisberg, Stadtpräsident von Amriswil. Salvisberg muss in seiner Bauernlehre einst sehr gelitten haben. Ihm fehlt gar das handwerkliche Talent, um ein Fass Bier anzuzapfen. Nach 18 erfolglosen Schlägen gab er heuer den Hammer ab. Läge Amriswil in Bayern, hätte Salvisberg gleich zurücktreten müssen.

Der Thurgauer Promi schlechthin, Hausi Leutenegger, kann es übrigens nicht besser. Am Freitag vor einer Woche hämmerte er derart wild auf den Zapfhahn ein, dass es nicht einmal mehr möglich war, zu zählen. Auf dem Golfplatz braucht Leutenegger jedenfalls weniger Schläge. Er ist zwar Bauernsohn und gelernter Bauschlosser. Reich wurde er aber offensichtlich nicht dank seiner handwerklichen Begabung.

Da kann der Frauenfelder Stapi Anders Stokholm ja mit seinen sieben Schlägen noch ganz zufrieden sein. Ihm hätte man es am wenigsten zugemutet. Stokholm war von Beruf Pfarrer, und erst noch ein protestantischer. Den besten Schlag hat übrigens Christian Constantin, der Präsident des FC Sion. Ihm reicht ein einziger Versuch, um Rolf Fringer niederzustrecken.

David Angst

david.angst

@thurgauerzeitung.ch