Das Unsichtbare

Fast 50 Jahre Schulbetrieb hinterlassen Spuren. Deshalb steht für die Anlage Auen der Sekundarschulgemeinde eine Gesamtsanierung an. Am 27. November befinden die Stimmbürger über das 47-Millionen-Bauprojekt.

Mathias Frei
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Eine Visualisierung der zukünftigen Schulanlage mit Blick von der Thurstrasse: Im Hintergrund das Gebäude Auen 1, in der Mitte der neue Aulatrakt, links vorne die erweiterte Sporthalle. (Bild: PD/Jessenvollenweider Architektur)

Eine Visualisierung der zukünftigen Schulanlage mit Blick von der Thurstrasse: Im Hintergrund das Gebäude Auen 1, in der Mitte der neue Aulatrakt, links vorne die erweiterte Sporthalle. (Bild: PD/Jessenvollenweider Architektur)

«So, wie es schon immer hätte sein können»: Das ist Ingemar Vollenweiders Ziel, wie die Schulanlage Auen im Sommer 2020 nach Abschluss der Sanierung, Raumreorganisation und Erweiterung aussehen soll – zumindest auf den ersten Blick. Denn zwischen Sportplatz und Thurstrasse wird nicht nichts passieren, sondern sehr viel. Vollenweider, dessen Büro jessenvollenweider aus Basel das Projekt plant, spricht von «zeitgebundenen Defiziten», also in die Jahre gekommen. Bevor aber nach den Herbstferien 2017 die Arbeiten beginnen können, braucht es diesen 27. November das Ja der Stimmbürger zum 47,26-Millionen-Kredit.

Mit einem klaren Ja-Anteil von 81 Prozent genehmigten die Stimmberechtigten im November 2014 den Auen-Projektierungskredit über 2,4 Millionen Franken. Der Grundsatzentscheid der Schulbehörde zur bautechnischen Sanierung lag damals schon sieben Jahre zurück. Noch viel weiter zurück liegt die Eröffnung der Schulanlage Auen. 1969 konnte sie bezogen werden.

Für Planung in die Zukunft geblickt

Basis der Sanierung und Erweiterung bildet das Raumprogramm Planung 2030. Aufgrund der demographischen Entwicklung braucht es dann für bis zu 500 Schüler 24 Klassenzimmer. Heute sind es je nach Raumnutzung 18 bis 21. Daneben sieht das Projekt die Erweiterung der bestehenden Zweifach- zur Dreifachsporthalle vor. Alle Gebäude werden unterirdisch miteinander verbunden. Zudem gibt es für die grössere Aula und die Mittagstisch-Räume einen Neubau, weiter eine gedeckte Pausenhalle und einen gedeckten Veloabstellplatz. Ebenfalls findet eine Schadstoff- und Gebäudehüllensanierung statt, die Anlage wird erdbebensicher gemacht und der Brandschutz auf den neusten Stand gebracht.

Schulpräsident Andreas Wirth spricht von einem «wegweisenden Projekt». Wenn man eine derartige Anlage saniere, müsse man ein wenig in die Tasche greifen. 1963, als die Stimmbürger Ja sagten zum Auen-Neubau, sei es die teuerste Schulanlage im Thurgau gewesen. Bauliche und architektonische Qualität, die laut Wirth noch heute nachwirkt. Die Anlage stammt von den Architekten Alfons Barth und Haus Zaugg, beide der Solothurner Schule zugehörig, die für moderne, rationalistische Architektur steht. Der heutige Architekt Ingemar Vollenweider will nach eigenen Angaben die Qualität der historischen Moderne ins Heute transferieren. Dabei nimmt er die zwei bestehenden Spuren mit Sporthalle/Auen 2 sowie Auen 1/Werkgebäude auf und setzt die Neubauten als dritte Spur dazwischen.

Während der dreijährigen Bauzeit fällt laut Auen-Schulleiter Claudio Bernold der Unterricht nicht aus. Hinter dem Werkgebäude wird ein dreigeschossiges Provisorium erstellt. Allein das kostet schon 2,5 Millionen Franken. Und der Sportunterricht findet ein Jahr lang draussen statt. Aber schon heute seien die Schüler im Winter oft auf der Kunsteisbahn, sagt Bernold. Auch für Textiles Werken, Informatik und Hauswirtschaft konnten Lösungen gefunden werden.

Die neue Anlage erreicht neu Minergiestandard. Die Wärmeversorgung läuft über einen Wärmeverbund mit der Eisbahn. Das Abwärmenetz ergänzt das Auen mit einer Wärmepumpe und einer Gasheizung für die Spitzen. «Wir können ökologisch und ökonomisch dahinterstehen», sagt Schulpräsident Wirth.

Tag der offenen Tür zur Auen-Gesamtsanierung: Sa 29. Oktober, 9 bis 13 Uhr. Ab sofort: Abstimmungsbotschaft auf www.schulen-frauenfeld.ch

Lachende Gesichter vor dem Auen 1: Architekt Ingemar Vollenweider, Auen-Schulleiter Claudio Bernold, Schulpräsident Andreas Wirth, Markus Herzog (Leiter Betrieb Schulen Frauenfeld) und der zuständige Projektleiter Marco Glockner. (Bild: Mathias Frei)

Lachende Gesichter vor dem Auen 1: Architekt Ingemar Vollenweider, Auen-Schulleiter Claudio Bernold, Schulpräsident Andreas Wirth, Markus Herzog (Leiter Betrieb Schulen Frauenfeld) und der zuständige Projektleiter Marco Glockner. (Bild: Mathias Frei)