Das Treiben im «Aff» geht weiter

Gegen die ehemalige Pächterin des «Blauen Aff» in Affeltrangen läuft ein Konkursverfahren. Auf den Betrieb hat dies keine Auswirkungen. Neu ist auch der Grundstückbesitzer: Er habe keine Abrisspläne für die Kontaktbar.

Donat Beerli
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Donat Beerli

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@thurgauerzeitung.ch

Nicht nur unter Freiern kennt man den «Blauen Aff» bis weit über die Kantonsgrenzen hinweg. Während Bordelle im Wochentakt schliessen und bald mit anderem Namen aber gleichen Ideen ihr Glück versuchen, sind die Türen der Affeltranger Kontaktbar seit jeher geöffnet. Glaubt man den Beteiligten, werden sie das auch weiterhin – Gerüchten zum Trotz: In Freierkreisen wurde nämlich gemunkelt, dass die letzte Stunde des «Blauen Aff» geschlagen hat.

Grund für dieses Gerücht könnten zwei Dinge sein: Gegen die Remro GmbH, die alte Betreiberin des «Blauen Aff», läuft ein Konkursverfahren. Das bestätigt Jürg Wacker, stellvertretender Abteilungsleiter beim Konkursamt. Das Verfahren sei am 9. März dieses Jahres eröffnet worden. Ein Blick ins Amtsblatt verrät: Die vorläufige Konkursanzeige gegen die Remro GmbH wurde am 5. Mai publiziert.

Dazu Stellung nehmen wollte Wacker mit Verweis auf das Amtsgeheimnis nicht. Bei wem die ehemalige Betreiberin der Kontaktbar in der Kreide steht, bleibt also unklar. Wacker sagt lediglich, dass es zwei Möglichkeiten gebe, um ein Konkursverfahren zu eröffnen: «Entweder wird die GmbH in den Konkurs getrieben, oder sie deponiert ihre Bilanz selber.»

Der neue Besitzer ist zufrieden mit der Mieterin

Auswirkungen auf den Bordellbetrieb hat das Konkursverfahren nicht, da der «Blaue Aff» seit Ende 2016 – wie eingangs erwähnt – von einer neuen Gesellschaft betrieben wird. «Es ist eben nicht der ‹Blaue Aff›, der im Konkurs steht, sondern die ehemalige Betriebsgesellschaft», sagt Jürg Wacker.

Ein anderer Grund für die Schliessungsgerüchte könnte mit den veränderten Besitzverhältnissen der Parzelle Land zu tun haben, auf der die Kontaktbar steht. Gemäss Grundbuchauszug ist die Autogarage Alder nebenan seit dem 1. März neue Besitzerin des Areals, auf dem die Kontaktbar steht. Der Inhaber bestätigt dies auf Anfrage: «Wir haben das Grundstück gekauft.» Es gehe darum, den 70-jährigen Standort zu sichern. «Vorher hatten wir die Fahrzeuge zur Miete auf dem Areal. Vielleicht hätten wir ein Problem bekommen, wenn es jemand anders gekauft hätte.»

In den Betrieb der Kontaktbar hat der neue Besitzer der Liegenschaft keinen Einblick. Er geht aber nicht davon aus, dass die Geschäftsführerin im Sinn hat, die Kontaktbar zu schliessen. «Es besteht ein langjähriger Mietvertrag und bis jetzt wurde immer fristgerecht bezahlt», sagt er. Ausserdem sei in letzter Zeit Verschiedenes renoviert worden. Auch denke er nicht daran, die Kontaktbar abzureissen und dort einen Wohnblock hinzustellen. «Wir haben einen Mietvertrag und ein gutes Verhältnis mit den Mietern. Warum sollten wir etwas ändern?»