Das See-Burgtheater will keine andere Kuh

In der neuen Aufführung des Kreuzlinger See-Burgtheaters hätte Kuh Alfa mitwirken sollen. Nach Misshandlung und Notschlachtung verzichtet man auf Ersatz.

Nicole D'orazio
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kreuzlingen. Morgen Donnerstag feiert das neue Stück des See-Burgtheaters Premiere. Die Kuh Alfa hätte dabei in einigen Szenen mitwirken sollen. Eine Schauspielerin hat mit dem zutraulichen und hochträchtigen Tier oft geübt, und die Kuh spielte brav mit.

Mit Stock misshandelt

Doch Nestroys «Der Zerrissene» wird nun ohne Alfa aufgeführt. Denn das Tier musste notgeschlachtet werden, nachdem es von einem Tierquäler im Genitalbereich mit einem Stock oder Metallrohr schlimm misshandelt worden war und sich sein Zustand ständig verschlechtert hatte, wie die TZ gestern berichtete. Leopold Huber, der Regisseur und Produzent des Theaters, ist geschockt und will nicht glauben, was mit Alfa passiert ist. «Ich hoffe sehr, dass man den Täter erwischt und dass die Leute nun mehr darauf achten, wenn sich eine Person auf einer Weide aufhält.»

Schauspielerin aufgewühlt

Auf einen Ersatz für Alfa verzichtet der Regisseur. «Man kann nicht einfach eine andere Kuh nehmen», begründet er. Denn auch mit einer anderen würde man derzeit viel zu viel Unangenehmes verbinden. Die Schauspielerin, die mit dem Tier auftritt, müsste ständig an das Geschehene denken und wäre unkonzentriert. «Das wäre nicht gut für sie. Denn sie ist seit dem Vorfall sehr aufgewühlt.»

Huber wird die geplanten Szenen mit der Kuh nun kurzfristig umgestalten. «Das geht schon irgendwie. Es fand ja bislang noch keine Aufführung statt, so merkt niemand etwas.»