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Das Risiko wird unterschätzt

Ihre Geschwindigkeit wird von Autofahrern oft falsch beurteilt. Doch schwere Verletzungen ziehen sich Fahrer von Elektrovelos meist bei Selbstunfällen zu. Im Thurgau gibt es jährlich rund 20 Unfälle mit E-Bikes.
Inge Staub
Typischer Unfall: Ein Autofahrer nimmt den E-Bike-Fahrer zu spät wahr. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)

Typischer Unfall: Ein Autofahrer nimmt den E-Bike-Fahrer zu spät wahr. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)

Der Velofahrer, der keinen Helm trug, wurde so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb. Er war mit einem E-Bike kollidiert. Der Hergang dieses Unfalls, der sich vor wenigen Tagen in Hohentannen ereignete, ist nach wie vor ungeklärt. «Die Schuldfrage ist noch unklar», sagt Daniel Meili, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. Die Staatsanwaltschaft Thurgau wird eine Untersuchung einleiten.

Im Juli war die Polizei schon einmal zu einem E-Bike-Unfall gerufen worden. Damals kollidierte an einer Kreuzung in Amriswil eine 79jährige E-Bikerin mit einem Auto.

Im Thurgau passieren jährlich zwischen 21 und 24 Unfälle mit E-Bikes. Typische Unfälle dieser mit Elektromotor ausgestatteten Velos sind laut Daniel Meili zum einen der Selbstunfall und zum anderen Kollisionen, die dadurch verursacht werden, dass Autofahrer die Geschwindigkeit der E-Bikes unterschätzen.

Ältere E-Bike-Fahrer sind verletzlicher

Unfälle mit E-Bike-Fahrern ereignen sich nach einer Analyse der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung – meistens an Knoten und Kreiseln, weil Motorfahrzeuglenker von links kommenden E-Bikes den Vortritt nicht gewähren. Entweder werden die E-Bikes zu spät wahrgenommen oder ihre Geschwindigkeit wird falsch beurteilt.

Die bfu hat vor zwei Jahren eine Befragung bei Lenkern von E-Bikes durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass sich die Mehrheit durchaus im Klaren ist, dass sie mit dem E-Bike schneller unterwegs und der Anhalteweg länger ist als beim konventionellen Fahrrad. Praktisch alle Teilnehmer waren zudem der Meinung, dass andere Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit der E-Bikes unterschätzen. «Es scheint daher, dass sich die E-Bike-Fahrer der hohen Geschwindigkeiten bewusst sind. Möglicherweise sind sich aber nicht alle bewusst, welcher Effekt die Geschwindigkeit auf die Unfallkonsequenzen, also die Schwere der Verletzung hat», sagt bfu-Psychologin Andrea Uhr. Eine Rolle spielt auch das Alter. Ältere Menschen sind verletzlicher. Das Durchschnittsalter der E-Bike-Fahrer liegt bei 54 Jahren.

Die Analyse der bfu zeigt zudem: Schwere Verletzungen ziehen sich Elektrovelofahrer eher bei Selbstunfällen als bei Kollisionen zu. Bei rund der Hälfte der E-Bike-Unfälle sind keine anderen Verkehrsteilnehmer beteiligt. Ob und wann jemand nach einem Unfall zivilrechtlich haftet und oder strafrechtlich verantwortlich ist, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.

Für schnelle E-Bikes gilt Versicherungspflicht

Im Schadensfall gilt: Elektrofahrräder, die eine Höchstgeschwindigkeit bis 25 km/h erreichen, gelten als «Leicht-Motorfahrräder». Sie sind bezüglich Haftpflichtversicherung den Fahrrädern gleichgestellt. Die Haftpflicht wird bei den meisten Gesellschaften über die Privathaftpflichtversicherung gedeckt. Elektrofahrräder, die bis zu 45 km/h schnell sind, gelten als «Motorfahrrad mit Elektromotor». Für sie gilt eine Versicherungspflicht.

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