Das Projekt zieht sich über die Jahre

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Biogasanlage Im Juni 2013 reichte der Bauherr in der Gemeinde Basadingen-Schlattingen ein erstes Projekt für eine Biogasanlage zur Bewilligung ein. Die Bauauflage zog 21 Einsprachen nach sich, so dass der Bauherr das Gesuch Anfang 2014 schliesslich zurückzog und überarbeitete. Auch der Stadtrat Diessenhofen wehrte sich damals, weil er Gestank und Verkehr befürchtete und die Zonenkonformität der Anlage in Frage stellte. Die Biogasanlage soll in der Landwirtschaftszone zu stehen kommen.

Im Februar 2014 präsentierte der Bauherr an einer Informationsveranstaltung ein überarbeitetes Projekt. Wie die Bauherrschaft und die beteiligten Planer damals ausführten, sei das Projekt technisch und baulich so verbessert worden, dass nicht mit übermässiger Beeinträchtigung durch Gestank oder Verkehr zu rechnen sei. «Es soll auf keinem Fall stinken», hiess es im Bericht der «Thurgauer Zeitung» über den öffentlichen Anlass. Seitens Mitgliedern des Diessenhofer Stadtrats blieb etwa die Zonenkonformität weiterhin fraglich.

Die Anlage beansprucht rund eine halbe Hektare Land. Sie soll im Jahr 14000 Tonnen organische Rohstoffe in Biogas umwandeln(sog. Feststofffermentation), womit dann in Generatoren Strom erzeugt wird. Im September 2014 bewilligte die Gemeinde Basadingen-Schlattingen das Projekt und wies die noch hängigen Einsprachen ab. Dagegen erhoben einige der Einsprecher Rekurs beim Departement für Bau und Umwelt (DBU).

Das DBU wies den Rekurs Ende Dezember 2015 ab, worauf die Einsprecher den Fall Anfang 2016 an das Bundesgericht weiterzogen (siehe Hauptartikel). Die «Thurgauer Zeitung» schrieb damals: «Die Einsprecher finden es bedenklich, dass das Thurgauer Departement über sein eigenes, politisch gewolltes Vorzeigeprojekt befindet.» Die Einsprecher bezweifelten, dass die Anlage in dieser Grösse in der Landwirtschaftszone gebaut werden dürfe. In Kombination mit einem anderen Projekt werde eine Energiezentrale errichtet, «und zwar in Salamitaktik». (hil)

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