Das Nadelöhr bleibt bestehen

Die Bahnunterführung Rickenbach ist so schmal, dass Autos kaum kreuzen können. Künftig sollen dort zusätzlich auch Linienbusse verkehren. Die geplante Verbreiterung wird aber auf die lange Bank geschoben. Es fehlt das nötige Geld.

Simon Dudle
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Norbert Rüthemann Gemeinderat Rickenbach (Bild: pd)

Norbert Rüthemann Gemeinderat Rickenbach (Bild: pd)

RICKENBACH. Die Bahnunterführung Rickenbach ist ein Nadelöhr. Zwischen Autobahn und Industriegebiet gelegen, müssen zahlreiche Lastwagen passieren. Obwohl die maximale Höhe schon weit vorne angegeben ist, bleiben immer wieder LKW stecken. Ans Kreuzen zweier Lastwagen ist nicht zu denken. Selbst für zwei Autos ist es sehr eng. Über 15 000 Fahrzeuge passieren täglich jene Stelle. Im Jahr 2035 dürften es 18 500 sein.

Es besteht Handlungsbedarf. Zumal das Aggloprogramm vorsieht, dass sich künftig auch Busse von Wil Mobil durch das Nadelöhr zwängen. Denn es ist geplant, die Buslinie Wil–Gähwil künftig über die Glärnischstrasse zu führen. Damit sollen Staus auf der Wiler Toggenburgerstrasse und auch beim Kreisel an der Stadtgrenze umfahren werden. Zudem werden an der Glärnischstrasse dereinst Wohnungen gebaut.

Im Aggloprogramm zweiter Generation war noch vorgesehen, die Unterführung Rickenbach zu sanieren. Im Aggloprogramm dritter Generation ist aber nur noch von einer «Buspriorisierung» die Rede, womöglich mit einer Ampel. Kostenpunkt: 500 000 Franken.

SBB wollen sanieren

Das Sanierungsvorhaben wurde wegen der hohen Kosten verworfen. Rickenbachs Gemeinderat Norbert Rüthemann schätzt, dass dieses drei Millionen Franken gekostet hätte. Es sei zwar nicht definitiv vom Tisch, aber «weit zurückgestellt worden». Es kommt aber ein weiterer Punkt dazu: Die SBB, welche den Engpass als Brücke nutzen, möchten diese aus Sicherheitsgründen sanieren. Wann das sein wird, steht noch nicht fest.

Kreisel wäre höher als geplant

Ursprünglich war vorgesehen, die Behebung des Engpasses an den Bau von zwei neuen Kreiseln ganz in der Nähe zu koppeln. Beide sind aber im aktuellen Aggloprogramm nicht mehr aufgeführt. Einer davon wäre vor der Druckerei Zehnder geplant gewesen, wo derzeit eine unübersichtliche Kurve Gefahren birgt. Für die Umsetzung muss aber geklärt sein, wie es bezüglich Hochwasserschutzprojekt weitergeht. Da sich Rickenbach dagegen wehrt, droht ein langer Rechtsstreit.

Wird das Projekt dennoch realisiert, müsste ein unterirdischer Bach saniert werden. Dies hätte zur Folge, dass der Kreisel um 80 Zentimeter höher zu liegen käme als heute die Strasse. Das ergäbe eine steile Zufahrt. Obwohl Rüthemann errechnet hat, dass die Umsetzung technisch möglich wäre, gibt es so schnell dort keinen Kreisel.

Bund beteiligt sich nicht

Auch vor dem gemeinsamen Gemeindehaus von Rickenbach und Wilen war ein Kreisel vorgesehen. Dieser wäre auf Wilener Ortsgebiet zu liegen gekommen. «Das Kosten-Nutzen-Verhältnis wurde vom Bund als so schlecht beurteilt, dass er nichts daran zahlt. Der Kreisel ist für viele Jahre vom Tisch», sagt Wilens Gemeindepräsident Kurt Enderli.

Eine typische Situation: Ein Lastwagen und ein Auto können nicht zeitgleich kreuzen, da die Unterführung zu schmal ist. Das bleibt vorerst so. (Bild: Simon Dudle)

Eine typische Situation: Ein Lastwagen und ein Auto können nicht zeitgleich kreuzen, da die Unterführung zu schmal ist. Das bleibt vorerst so. (Bild: Simon Dudle)

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