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Das Museum hat sich entrümpelt

Die neu gestaltete Dauerausstellung des Historischen Museums fokussiert thematisch auf die frühe Neuzeit. Die in den 60er-Jahren installierten Themenräume treten durch eine neue Installation in den Hintergrund – die Ausstellungsgegenstände kommen dadurch erst recht zur Geltung.
Christof Widmer
Kurator Dominik Schnetzer und Direktorin Gabriele Keck probieren einen der neuen Touchscreens aus. (Bilder: Donato Caspari)

Kurator Dominik Schnetzer und Direktorin Gabriele Keck probieren einen der neuen Touchscreens aus. (Bilder: Donato Caspari)

FRAUENFELD. Das Historische Museum Thurgau im Schloss Frauenfeld ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Nach sechs Wochen Umbau hat es gestern seine Türen wieder geöffnet. Die Wartezeit hat sich gelohnt. Das Museum, in dem sich seit den 60er-Jahren nicht mehr viel bewegt hat, ist auf dem Stand der Zeit angekommen. «Wir haben so gut wie keine Eingriffe in die Bausubstanz vorgenommen», sagte Direktorin Doris Keck am gestrigen Medientermin. Trotzdem trifft der Besucher auf eine neue Infrastruktur.

Ins Auge fallen zunächst die schwarzen Stelen, auf denen Erklärtexte angebracht sind. Sie geben den alten Schlossräumen ein modernes Aussehen. Das zeigt sich gerade im Ausstellungsraum mit den Kirchenschätzen: Die wie Säulen aufstrebenden Stelen geben ihm mehr Höhe. Er wirkt einladender.

Auf den zweiten Blick fällt auf, dass die Ausstellung entrümpelt wurde. Die verbleibenden Gegenstände kommen dafür umso besser zur Geltung. Das zeigt das Beispiel des Abtstabs aus dem Kloster Fischingen, der früher in einer schwach beleuchteten Nische stand. Jetzt hat er eine Vitrine bekommen und strahlt buchstäblich im besten Licht. «Mir sind die Tränen gekommen, als ich ihn zum ersten Mal so sah», sagt Ausstellungskurator Dominik Schnetzer.

Ein Riss durch den Saal

Die bisher teils schwer und düster wirkenden Themenräume aus den 60er-Jahren wie der Tänikoner Saal mit dem Täfer des Klosterrefektoriums wurden zwar nicht abgerissen. Durch die neue Gestaltung treten sie aber in den Hintergrund. Als neues Element zieht sich etwa ein stilisierter Riss durch den Tänikoner Saal, der die Kirchenspaltung durch die Reformation symbolisiert. Andere Themenräume sind weitgehend neutralisiert. So erhält ein Exemplar der Richental-Chronik von 1483 aus der Kantonsbibliothek (siehe Zweittext) im Schloss einen eigenen Raum: An den Wänden schweifen Bilder aus der Chronik über Bildschirme.

Bildschirme und Touchscreens sind ein weiteres augenfälliges Element des neu gestalteten Museums. Die Besucherinnen und Besucher können sich dort vertieft mit der Materie des Ausstellungssaals befassen. Auch spezielle Stationen für Kinder sind eingerichtet worden. Durch die Ausstellung begleiten zudem vier fiktive Figuren, die die Besucher in den Alltag des 15. Jahrhunderts eintauchen lassen – etwa mit einer gesprochenen Szene aus der damaligen Schlossküche. Die Figuren lassen sich auch auf dem Smartphone zum Leben erwecken.

Familien als Zielgruppe

Ziel sei, ein neues Publikum zu erreichen, sagte Direktorin Keck. Vor allem auf Familien liegt der Fokus. Die Modernisierung der Ausstellung erfolgte, obwohl ein neuer Standort für das Historische Museum gesucht wird. Angesichts der völlig veralteten Ausstellung wollte Keck aber nicht noch Jahre darauf warten. «Wir mussten einfach etwas machen.» Zwar fokussiert die neue Dauerausstellung im Schloss auf das 15. Jahrhundert. Das Museum wird sich aber gemäss seinem Auftrag auch mit anderen Epochen beschäftigen. Für Sonderausstellungen wird es weiterhin das Zeughaus benutzen.

Kantonsbibliotheksmitarbeiterin Barbara Schmid betrachtet die Richental-Chronik in der Vitrine. (Bild: Donato Caspari)

Kantonsbibliotheksmitarbeiterin Barbara Schmid betrachtet die Richental-Chronik in der Vitrine. (Bild: Donato Caspari)

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