Das «Mojo» kommt immer mit

Zum ersten Mal seit ihrer Gründung war die Bluesfabrik am Donnerstagabend ausverkauft. Dafür sorgte Eric Trauner und seine «Mojo Blues Band».

Michael Hug
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Eric Tauner sorgte zum ersten Mal für eine ausverkaufte Bluesfabrik. (Bild: Michael Hug)

Eric Tauner sorgte zum ersten Mal für eine ausverkaufte Bluesfabrik. (Bild: Michael Hug)

MÜNCHWILEN. Am Donnerstagabend traten Trauner und seine Glücksbringer-Band in der Bluesfabrik auf. Vielleicht war es der zugkräftige Name, vielleicht auch, weil am Folgetag niemand früh aufstehen musste, vielleicht wars auch der Winterblues, jedenfalls war der Saal zum ersten Mal ausverkauft.

Co-Initiant und Booker der Bluesfabrik, Ruedi Laubacher, freute sich: «Mit einem bekannten Namen füllt man einen Saal schnell.» Das Problem ist nur, dass es hierzulande nicht sehr viele berühmte Namen gibt – und die berühmten Namen aus dem Ausland, vorab aus den USA, einfach zu teuer sind für einen mittelgrossen Club.

Entscheidung nicht bereut

Doch den Besuchern des vielversprechenden Bluesabends war dies egal. Sie hatten ihre Entscheidung, an einem ungewöhnlichen Donnerstag auszugehen, nicht bereut. Und die Band auf der Bühne gab schon gar keinen Grund dazu.

Eric Trauner, der stets Gutgelaunte, strahlte wie eh und überstrahlte mit Witz und Entertainment jegliche Gründonnerstags-Melancholie. Drei schnelle Songs im Chicago-Stil spielten er und seine Mannen, dann musste zum ersten Mal der Schweiss aus dem Gesicht gewischt werden.

«We now play a slow song, because this is obviously a parent party!» Was die durchwegs älteren Gäste im Saal begeistert beklatschten – ob sie sich auf die Verlangsamung freuten oder ganz einfach die Worte nicht verstanden, sei dahingestellt.

Das Versprechen gehalten

Dann liess Trauner sein «Mojo» arbeiten – und auch diesmal half es nicht bei seiner Angebeteten. Die sei nämlich, wie er im vorangehenden «FB Blues» darlegte, in den Untiefen des WWW verschwunden. Der Begriff «Mojo» bedeutet so viel wie Glücksbringer und stammt aus einem Lied aus dem Jahr 1956. Dann wurde das Tempo wieder schneller, man spielte eigene Songs, man coverte Klassiker, man wischte sich den Schweiss von der Stirne, man sprach Englisch und Deutsch im kreativen Durcheinander: «Ich spreche meistens Englisch in der Schweiz, sonst versteht man mich nicht!» grinste der Wiener.

Doch diesmal hielt das «Mojo», was es versprach: Die «Mojo Blues Band» schenkte den Fans einen beglückenden Abend und verscheuchte den Winterblues.

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