«Das mit Abstand günstigste Projekt»

Der Neubau auf dem Frauenfelder Zivilschutzgelände ist in die Kritik geraten. Baudepartementsvorsteherin Carmen Haag nimmt Stellung: Das Projekt besteche durch seine Wirtschaftlichkeit und sei deutlich günstiger als alle anderen eingereichten Projekte.

Silvan Meile
Merken
Drucken
Teilen
Carmen Haag Regierungsrätin (Bild: Donato Caspari)

Carmen Haag Regierungsrätin (Bild: Donato Caspari)

Frau Haag, konnten Sie die Bedenken entkräften, das neue Ausbildungsgebäude auf dem Frauenfelder Zivilschutzgelände sei zu teuer?

Carmen Haag: Letzte Woche informierte ich die Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission des Grossen Rates umfassend über dieses Projekt. Ich habe den Eindruck, dass wir die Bedenken aus dem Weg räumen konnten.

Mit welchen Argumenten?

Haag: Vor allem bezüglich Wirtschaftlichkeit ist uns das gelungen. Das Projekt besticht beispielsweise durch einen sehr tiefen errechneten Mietzins.

Die Kosten dafür sind aber mit 5,2 Millionen hoch, zumal das Projekt als einfacher Zweckbau bezeichnet wird?

Haag: Anlässlich des Architekturwettbewerbs wurden zahlreiche Projekte eingereicht. Das vorliegende Siegerprojekt ist das mit Abstand günstigste. Zudem entfallen auf den Bau selbst lediglich 4,17 Millionen Franken.

Kantonsrat Daniel Wittwer äusserte auch die Kritik, dass das Projekt ein Fass ohne Boden werden könnte, da auf dem Gelände weitere Gebäude stehen, die irgendwann ebenfalls saniert werden müssen. Was entgegnen Sie ihm?

Haag: Auch diesen Kritikpunkt kann ich entkräften. Insgesamt stehen auf dem Gelände sechs Gebäude. Drei werden abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Die drei verbleibenden Häuser sind in einem deutlich besseren Zustand und erfüllen ihre Funktion noch Jahre bis Jahrzehnte. Das konnten wir an der Kommissionssitzung darlegen. Es fallen dort also in nächster Zeit keine Sanierungen an.

Sogar der vorgesehene Minergie-P-Standard des Neubauprojekts wurde in Frage gestellt. Bei der vermeintlich tiefen Auslastung des Gebäudes sei das übertrieben. Verstehen Sie diesen Einwand?

Haag: Nein, diesen Einwand verstehe ich nicht. Die Ausbildungsgebäude sind übrigens zwischen 70 und 80 Prozent ausgelastet. Und gemäss gesetzlicher Verordnung hat der Kanton alle Neubauten im Minergie-P-Standard zu erstellen.

Droht für den Baukredit eine Volksabstimmung?

Haag: Die Frage ist hier, ob es sich um eine gebundene oder eine neue Ausgabe handelt. Auch das wurde in der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission diskutiert. Ich habe nicht den Eindruck, dass eine Volksabstimmung droht. Die auf dem Ausbildungsgelände Galgenholz durchgeführten Dienstleistungen, welche vom Zivilschutz und den Blaulichtorganisationen in Anspruch genommen werden, entsprechen gesetzlichen Aufträgen. Nur im Punkt, ob dafür die alten Baracken genügen, scheiden sich die Geister.

Es wurde auch der Vorwurf laut, mögliche Synergien mit der benachbarten Kaserne Auenfeld seien nicht abgeklärt worden.

Haag: Nur im Bereich der Kasernenkantine bestünde eine Möglichkeit, Synergien zu nutzen. Doch auch das ist nicht einfach. 100 bis 150 zusätzliche Personen zu verpflegen würde auch die Militärkantine vor eine grosse Herausforderung stellen.