«Das macht mich traurig»

FRAUENFELD. Mit der Palliative Care steht im Thurgau eine Alternative zur Sterbehilfe zur Verfügung. Dabei werden Menschen mit schweren, unheilbaren Krankheiten zu Hause, in Spitälern oder anderen Institutionen gepflegt.

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FRAUENFELD. Mit der Palliative Care steht im Thurgau eine Alternative zur Sterbehilfe zur Verfügung. Dabei werden Menschen mit schweren, unheilbaren Krankheiten zu Hause, in Spitälern oder anderen Institutionen gepflegt. Sie sollen eine der Situation angepasste optimale Lebensqualität bis zum Tod bekommen – das schliesst die Schmerzbehandlung ebenso ein wie psychologische oder spirituelle Unterstützung.

Der Kanton hat in den letzten vier Jahren die Aus- und Weiterbildungen im Bereich der Palliative Care für das Personal von Spitex und Pflegeheimen oder für Hausärzte gefördert. Und das Kantonsspital Münsterlingen verfügt über eine Palliativ-Station mit acht Betten. Der Ausbau des Palliativ Care-Angebots im Thurgau geht auf einen Vorstoss der ehemaligen Kantonsrätin Marlies Näf-Hofmann zurück. Sie erwartet von der Palliative Care, dass sie die Sterbehilfe überflüssig macht. Die Zunahme der Sterbehilfe-Fälle im Thurgau führt sie darauf zurück, dass Sterbehilfeorganisationen wie Exit eine grosse Beachtung finden – auch durch Fälle wie jenen des ehemaligen Glarner Ständerats This Jenny. So entstehe eine «Mentalität der Euthanasie», sagt Näf-Hofmann. Palliative Care bedeute dagegen Hinwendung zum Menschen. «Das ist eine andere Mentalität.»

Dass die Zahl der Sterbehilfe-Fälle steigen, darüber zeigt sich Näf-Hofmann besorgt: «Das macht mich traurig.» (wid)

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