«Das lieben, was man macht»

Angehende Firmengründer erhielten am Thurgauer Jungunternehmerforum nützliche Tips von erfolgreichen Unternehmern.

Hugo Berger
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Fabio Badraun präsentiert den Recycling-Schrank. (Bild: Hugo Berger)

Fabio Badraun präsentiert den Recycling-Schrank. (Bild: Hugo Berger)

FRAUENFELD. Wer eine Firma aufbauen und zum Erfolg führen will, braucht nebst einer guten Geschäftsidee viel Herzblut, Fleiss und Ausdauer. Das wurde am Thurgauer Jungunternehmerforum am Mittwochabend deutlich. Von gestandenen Unternehmern erfuhren die Neueinsteiger, wie aus einer Idee eine Firme entsteht, die sich auf dem Markt behaupten kann. «Man muss das lieben, was man macht, und immer am Ball bleiben», sagte Beat Guhl, CEO und Inhaber der Sky Frame AG. Die Frauenfelder Firma, die 1983 gegründet wurde, hat sich mit dem Bau grossflächiger schwellen- und rahmenloser Fenster weltweit einen Namen gemacht.

Unabhängig bleiben

Mit einer ganz anderen Geschäftsidee sind Silvan und Claudio Leibacher selbständige Unternehmer geworden. Die Brüder haben ein altes Handwerk neu aufleben lassen: Sie produzieren im Zürcher Oberland Biberspezialitäten. Die Bibermodel werden von Claudio Leibacher in Handarbeit in Birnbaumholz geschnitzt. Im Forum schilderten die Unternehmer, wie sie ihre Manufaktur aufbauten und welche Herausforderungen sich ihnen stellen. «Wir wollen unabhängig bleiben und lassen uns daher nicht an einen Grosskunden binden, der uns später den Preis diktiert», sagte Silvan Leibacher. Eine andere Maxime der Biber-Brüder lautet: «Stelle niemanden ein, dem du nicht künden kannst.» Die Manufaktur beschäftigt heute vier Mitarbeiter, die in flexiblen Arbeitszeiten tätig sind.

Schrank aus Schalttafeln

Kurz vor dem Markteintritt stehen Fabio Badraun und Zsuzsanna Zimanyi aus Schlattingen. Was den gelernten Möbelschreiner und die Sportwissenschafterin verbindet, ist die Liebe zu designten Gebrauchsgegenständen. Sie präsentierten einen Schrank, der aus alten Schalttafeln und gebrauchten Rollläden zusammengebaut wur- de. «An Recyclingmaterial fehlt es nicht. Es gibt genügend Rollläden und Schalttafeln, die ersetzt werden», sagte Zimanyi. Der Schrank soll in der Heimwerkstätte in Wil gefertigt werden.

Das Projekt wird vom Startnetzwerk Thurgau unterstützt. Dieser Verein wurde vor zwei Jahren von Thurgauer Wirtschaftsverbänden und kantonalen Institutionen gegründet. Er bietet Hilfestellung für Start-ups und bei Nachfolgeregelung.