Das Leben hinter den Zahlen der Statistik

An der Mitgliederversammlung des Thurgauer Frauenarchivs entführte Kantonsstatistikerin Ulrike Baldenweg-Bölle in eine lebendige Welt der Zahlen.

Renata Egli-Gerber
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weinfelden. Präsidentin Ursula Baumann-Bendel führte durch die statutarischen Geschäfte. Eine Welt der Zahlen eröffnete danach Kantonsstatistikerin Ulrike Baldenweg-Bölle. «Statistiken zeigen Strukturen und Trends. Eine öffentliche Statistik beschreibt den Stand und die Entwicklung der wirtschaftlichen, demographischen, sozialen, räumlichen und ökologischen Entwicklung der Schweiz», sagte sie.

Erste Volkszählung 1850

Auch Statistiken sind dem Wandel unterworfen. 1850 wurde erstmals eine Volkszählung durchgeführt. Von 1876 datiert die erste Statistik der Todesursachen und Totgeburten. Themen der Wirtschaft prägen die Statistiken des 20. Jahrhunderts, nun dominieren statistische Erhebungen zur Informationsgesellschaft und zur nachhaltigen Entwicklung.

Sie zeigte mit Statistiken, wie sich die Lebenssituation der Frau seit 1970 verändert hat: Seither machen viermal mehr Frauen einen Berufsabschluss, die Erwerbsquoten haben sich seit 1997 angeglichen. Mehr Frauen nehmen nach der Baby-Pause ihre Arbeit wieder auf, dabei können sie im Haushalt mit etwas mehr Unterstützung ihrer Männer rechnen als früher. Frauen zwischen 65 und 74 Jahren leisten den Löwenanteil an informeller Freiwilligenarbeit.

Pionierin geehrt

Das Thurgauer Frauenarchiv ehrte Anna Elisabeth Forster, Pionierin der Sozialarbeit. Sie starb am 6. Januar dieses Jahres. Sie setzte sich für die Bewahrung der Kemmentaler Mundart ein und verfasste selber Mundartgeschichten.