Das Leben des «Bomber-Schaffners»

Martin Schaffner wurde am 23. Februar 1923 als jüngstes von vier Kindern in Gränichen im Aargau geboren. Weil sein Vater krank war, musste der junge Schaffner 1938 eine Stelle als Hilfsarbeiter in einer Motorrad-Reparaturwerkstätte annehmen.

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Martin Schaffner wurde am 23. Februar 1923 als jüngstes von vier Kindern in Gränichen im Aargau geboren. Weil sein Vater krank war, musste der junge Schaffner 1938 eine Stelle als Hilfsarbeiter in einer Motorrad-Reparaturwerkstätte annehmen. Im Krieg entdeckte er das Sammeln und Verwerten von Altstoffen und machte sich 1941 mit 18 Jahren selbständig. Ohne finanzielle Mittel begann er, indem er erst einen Hund, dann ein Fahrrad und schliesslich ein Motorrad vor sein Leiterwägeli spannte. Nach Kriegsende erweiterte Schaffner seinen Handel und reparierte und verkaufte Fahrzeuge. 1948 eröffnete er im aargauischen Suhr eine Auto-Service-Station. Aus Dankbarkeit gegenüber seinen Kunden senkte er als erster den Benzinpreis und entfachte einen Preiskampf. Nachdem er in einer Zeitschrift eine Tankstelle mit einem Sportflugzeug als Blickfang gesehen hatte, wollte er eine Tankstelle unter einem ausgedienten Bomber bauen, und seine Suche begann. Schweizweit bekannt wurde der «Bomber-Schaffner», als er in einer zweimonatigen Aktion einen Bomber aus dem Zugersee hob. 1962 gründete er ein Transport-Unternehmen, um seine mittlerweile fünf Tankstellen mit Benzin zu versorgen. Den Traum, das im Bodensee versunkene Schiff «Jura» zu heben und in ein Restaurant zu verwandeln, konnte er nicht verwirklichen. Er starb 1965 an den Folgen einer Operation, die ihn hätte schlanker machen sollen – er wog 240 Kilogramm. (kar)

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