Das langsame Rauschen der Strasse

42 Kilometer autofreie Strassen quer durch den Oberthurgau: 40'000 Teilnehmer haben gestern beim slowUp Bodensee die Strecke unter die Räder genommen. Es gab weniger Inlineskater, dafür mehr E-Bikes.

Katharina Brenner
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Gut, wenn man einen Fachmann fürs Velo dabei hat: Szene aus Romanshorn. (Bild: Donato Caspari)

Gut, wenn man einen Fachmann fürs Velo dabei hat: Szene aus Romanshorn. (Bild: Donato Caspari)

Die Knie heben und senken sich, Pedale und Räder drehen sich – hoch und runter, in demselben Rhythmus, immer vorwärts, aber nicht zu schnell. Kein Autolärm, keine Abgase, nur ein leises Rauschen der vielen Velos und Skates auf den Strassen im Thurgau.

40 000 Besucher haben am Sonntag beim slowUp Bodensee Schweiz teilgenommen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es rund 25 000, da hatte es aber mittags auch geregnet. 500 Helfer aus den Gemeinden machten das Ereignis erst möglich. Ausser kleineren Blessuren mussten die Sanitäter auch Sturzverletzungen behandeln.

Wer am slowUp teilnimmt, will nicht möglichst schnell an ein Ziel kommen, sondern die Landschaft und das gemeinsame Fahren geniessen. Seit 2000 findet das Velo- und Skate-Ereignis in der ganzen Schweiz statt und zieht jährlich rund 400 000 Besucher an.

Slow Up (Bild: Donato Caspari)
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Slow Up (Bild: Donato Caspari)
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Romanshorn als Start und Ziel

Eine 42 Kilometer lange Strecke war für Autos gesperrt. Mit Romanshorn als Start und Ziel führte der Weg über Amriswil, Roggwil, Tübach, Horn, Steinach, Arbon, Egnach und Salmsach. Am Morgen spielte in Romanshorn der Musikverein, um 10 Uhr war der offizielle Beginn. Auch den Tag über traten im Festzelt am See Bands auf, ebenso in Arbon. An Ständen wurden Schnitzel, Eis und Früchte verkauft. Und auch auf der Strecke gab es Verpflegung. Darüber freute sich Sophie Pohl aus Nänikon. Die Zehnjährige war zum zweitenmal dabei. Dass man immer wieder anhalten könne, findet sie am besten.

Für Alfons Haag aus Engishofen war es der erste slowUp. Er findet die Veranstaltung «tip- top»: «Ich fahre mit meinem Enkel und meinem Sohn mit. Ich freue mich, dass wir das gemeinsam machen», sagte der 66-Jährige. Mit seinem E-Bike ist er am Morgen in Amriswil gestartet und gegen 11 Uhr in Romanshorn angekommen.

Josef Wehrle aus Flawil war am Morgen in Tübach losgefahren. Er freute sich, ohne Autos auf der Strasse zu fahren. Wehrle war einer der wenigen Skater. Früher seien beim slowUp viel mehr Leute Inlineskates gefahren, sagte der 56-Jährige. Auch die Kleinen sind am Sonntag ins Rollen gekommen: In Romanshorn hat es ein Kinderland mit Hüpfburg, Bobbycars, Laufrädern und Dreirädern gegeben.

Die Strecke ist eben

Bei einer ersten Bilanz zeigte sich Adrian Braunwalder von Thurgau Tourismus sehr zufrieden. «Wir haben heute wunderbare Verhältnisse», sagte er. Der slowUp Bodensee sei einer der ersten gewesen, sagte Braunwalder. Es sei vor allem bei Familien beliebt, weil die Strecke eben sei.

Weitere Fotos auf thurgauerzeitung.ch/bilder

Alles, was rollt, ist gut für den slowUp: Gestern nachmittag war dieser Tross in Amriswil unterwegs. (Bilder: Donato Caspari)

Alles, was rollt, ist gut für den slowUp: Gestern nachmittag war dieser Tross in Amriswil unterwegs. (Bilder: Donato Caspari)