Das Kantonsspital baut Stellen ab

Weil das Geschäftsergebnis für das Jahr 2015 schlechter ausfällt als budgetiert, spart das Kantonsspital St. Gallen voraussichtlich rund 40 Stellen in verschiedenen Abteilungen ein. Der Abbau geschieht über die normale Fluktuation, Entlassungen sind keine geplant.

Adrian Vögele
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ST. GALLEN. Budgetiert war ein Gewinn von 11,4 Millionen Franken: Stattdessen rechnet das Kantonsspital St. Gallen für das Geschäftsjahr 2015 nun mit roten Zahlen, wie das SRF-«Regionaljournal» berichtet. Laut Spitaldirektor Daniel Germann zeichnet sich ein leichtes Defizit ab, das definitive Ergebnis wird allerdings erst im Mai vorliegen. Der Ertrag im Jahr 2015 war etwas geringer, der Aufwand hingegen etwas höher als angenommen: «Einerseits haben wir etwas weniger ambulante Leistungen erbracht als erwartet, andererseits waren der Personal- und Sachaufwand ganz leicht über den geplanten Werten», sagt Germann. Ein Grund für die Entwicklung sei der zunehmende Konkurrenzdruck, dem das Spital ausgesetzt sei, etwa durch Angebote der Privatkliniken.

Angesichts des negativen Abschlusses will das Kantonsspital rund 40 Stellen einsparen – in verschiedenen Abteilungen. Kündigungen sind jedoch keine vorgesehen: Der Abbau soll über die normale Fluktuation stattfinden.

Über 3700 Vollzeitstellen

Am Kantonsspital sind über 5500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig, davon 650 Auszubildende. Viele arbeiten jedoch Teilzeit: Im vergangenen Jahr verfügte das Unternehmen im Durchschnitt über 3722 Vollzeitstellen, verteilt auf die Standorte St. Gallen, Rorschach und Flawil.

Stellenplan «eingefroren»

«Wegen des knapp negativen Geschäftsergebnisses haben wir vom Verwaltungsrat die Vorgabe erhalten, den Stellenplan <einzufrieren>», sagt Philipp Lutz, Medienbeauftragter des Spitals. «Das heisst, der letztjährige durchschnittliche Personalbestand von 3722 Vollzeitstellen darf im laufenden Jahr nicht überschritten werden. Gemäss jetzigem Stand bedeutet dies, dass noch rund 40 Stellen in verschiedenen Bereichen abgebaut werden müssen.»

Die normale Fluktuation am Kantonsspital sei allerdings um ein Vielfaches höher: Die Rate liegt pro Jahr bei rund 7 Prozent – das entspricht 260 Vollzeitstellen.

Die Geschäftsleitung hat gemäss Lutz die Sollstellen der verschiedenen Kliniken, Institute und Fachbereiche überprüft und dort, wo es nötig beziehungsweise am ehesten möglich war, angepasst. Der Abbau betrifft beispielsweise Pflege, Logistik und Infrastruktur. «Doch es gibt nach wie vor viele Bereiche, in denen wir eher knapp an Personal sind», betont Lutz. «Davon kann man sich überzeugen, wenn man unser Stellenportal anschaut.» Dort waren gestern 73 Jobs ausgeschrieben.

Besonders schwierig sei die Personalsuche beispielsweise in der Intensivmedizin, sagt Lutz – und zwar sowohl auf der Seite der Ärzte als auch bei den Pflegenden.

Zuletzt 6,8 Millionen Gewinn

In den vergangenen Jahren schrieb das Kantonsspital stets schwarze Zahlen. 2014 betrug der Gewinn 6,8 Millionen Franken bei einem Umsatz von 787 Millionen Franken. Gegenüber 2013 war die Zahl der stationären Patienten leicht angestiegen: von 34 225 auf 34 317. Bei den ambulanten Besuchen verzeichnete das Spital einen Rückgang – von gut 447 000 auf rund 438 000. Dennoch stiegen die Erträge im ambulanten Bereich gegenüber 2013 deutlich an und überschritten die 200-Millionen-Grenze.

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