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«Das ist für die Opfer verletzend»

MÜNSTERLINGEN. Der Thurgauer Regierungsrat Kaspar Schläpfer gerät wegen einer Aussage im Zusammenhang mit Patienten-Tests in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen in die Kritik.
Felix Burch
Ethische Diskussion (Bild: Reto Martin)

Ethische Diskussion (Bild: Reto Martin)

Der Kanton Thurgau ist daran, ein unrühmliches Kapitel seiner Geschichte aufzuarbeiten. Tests, unter anderem Medikamententests, die Patienten der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen zwischen den 1930er- und 1970er-Jahren über sich ergehen lassen mussten, gehören dazu. Um die Vergangenheit der Klinik zu beleuchten, hat die Regierung 160 000 Franken bereitgestellt. Der Exekutive sei das Thema ernst, hiess es in einem Beitrag dazu letzte Woche auf Tele Ostschweiz, in dem Regierungsrat Kaspar Schläpfer folgende Aussage machte: Man müsse einerseits sehen, was die Betroffenen durchmachen mussten, andererseits müsse man aber auch sehen, was für Wert durch die Medikamentenabgabe für die Forschung entstanden sei. «Man muss beide Seiten beleuchten, wir sind gespannt», sagte Schläpfer weiter.

Die Wiler Gesundheitspolitikerin Yvonne Gilli (Grüne) verurteilt Schläpfers Worte scharf. In diesem Kontext brauche es eine sorgfältige Haltung und Wortwahl. «Weil so schwere Verletzungen bei den Opfern lebenslang Wunden hinterlassen, die nur zu leicht wieder bluten», ist Gilli überzeugt. Und weiter: «Aus Sicht der betroffenen Opfer empfinde ich es als sehr verletzend, wenn diesem Unrecht zum jetzigen Zeitpunkt ein positiver Nutzen für die Gesellschaft von heute attestiert wird.» Als Opfer wünschte sie sich zweifellos eine Erklärung für Schläpfers heikle und unangebrachte Aussage.

Schläpfer selber sagt zur Kritik an seinen Worten lediglich: «Es liegt mir daran zu informieren, dass der Thurgauer Regierungsrat in dieser Sache bereits sehr viel unternommen hat, wahrscheinlich viel mehr als alle anderen Kantone.»

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 19. Januar.

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