Das Hoffen auf Touristen

FRAUENFELD. Die Wirte hätten das Rauchverbot gut gemeistert, sagt Hans Oertle von Gastro Region Frauenfeld. Er lobt die Frauenfelder Kunden und kritisiert den Bundesrat.

Alois Schwager
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Erika Eichenberger erhält den Wanderpokal «Image mit Herz». (Bild: Alois Schwager)

Erika Eichenberger erhält den Wanderpokal «Image mit Herz». (Bild: Alois Schwager)

Hans Oertle ist erleichtert: Die Gastronomie habe die Einführung des Rauchergesetzes gut gemeistert, sagte der Präsident von Gastro Region Frauenfeld an der Generalversammlung im Frauenfelder Restaurant Plättli. Zwar hätten einige Stamm- und Quartierrestaurants dadurch Einbussen erlitten. Für Speiserestaurants hingegen habe es sich eher positiv ausgewirkt.

Stadtammann Carlo Parolari beschrieb die Situation in Frauenfeld: Es gibt 95 patentpflichtige Lokale, 27 davon sind reine Raucherlokale, 24 haben Fumoires und 44 sind rauchfrei.

«Kein Zuckerschlecken»

Oertle hielt in seiner Rede fest: «Die Gastronomie ist kein Zuckerschlecken.» Den Beweis dafür lieferten zahlreiche Wirtewechsel. Doch gerade in Frauenfeld erleben laut Oertle die Wirte, dass sie eine schöne Aufgabe haben. Hier seien die Leute noch bereit, die Gastronomie zu besuchen.

Trotzdem müsse man vermehrt damit rechnen, dass in kleineren Dörfern die Gaststätten nur noch unregelmässig geöffnet werden könnten. Man sei vor allem auf Touristen angewiesen. Jedoch sei es eine Tatsache, dass für Tourismuswerbung nicht gerne Geld gesprochen werde. Sogar der Bundesrat setze den Sparhebel an. «Es darf nicht sein, dass die Landwirtschaft nach wie vor jährlich Milliarden abschöpft, während der beschäftigungs- und exportstarke Tourismus immer wieder um ein paar Millionen feilschen muss.

» Gastro Region Frauenfeld arbeite eng mit Tourismus Regio Frauenfeld zusammen und versuche, die Region für Touristen attraktiver zu machen.

War die Gastronomiebranche an der Frühjahrsmesse 2010 mit zwei Ständen vertreten, verzichtet der Verein 2011 auf eine Teilnahme. Eigentlich wollte er laut Oertle ein Restaurant mit 50 Sitzplätzen an der Messe aufbauen, doch das lehnte die Messeleitung ab. Stattdessen hätte sie ein «Schaukochen mit Gratisabgaben» gewollt.

Zum Abschluss überreichte Hans Oertle Erika Eichenberger, den Wanderpokal «Image mit Herz» und sagte über die ehemalige Wirtin des Restaurants Hirschen in Neunforn: «Für uns im Vorstand war sie immer eine gute Mutter und zudem Gastrosophin mit Herz und Seele.»