«Das hat mir noch vor vier Monaten niemand zugetraut»

Bis zuletzt hat Ueli Fisch von der Überraschung geträumt. Auch noch, als er im Regierungsgebäude in Frauenfeld stand, während die Resultate zu den Regierungsratswahlen aus den 80 Gemeinden nacheinander eintrafen.

Silvan Meile
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Der Frauenfelder Textilunternehmer Ueli Fisch (GLP) kandidiert als Rergierungsrat des Kantons Thurgau.

Der Frauenfelder Textilunternehmer Ueli Fisch (GLP) kandidiert als Rergierungsrat des Kantons Thurgau.

Bild: Reto Martin

Bis zuletzt hat Ueli Fisch von der Überraschung geträumt. Auch noch, als er im Regierungsgebäude in Frauenfeld stand, während die Resultate zu den Regierungsratswahlen aus den 80 Gemeinden nacheinander eintrafen. Dabei zeichnete sich schon früh ab, dass Fisch als Aussenseiter von den Grünliberalen einen Achtungserfolg erzielen wird. Bei einem solchen blieb es dann aber. Während die ausgezählten Stimmen fortlaufend addiert und auf die Leinwand projiziert wurden, blieb der Rückstand von Herausforderer Ueli Fisch auf den FDP-Kandidaten Walter Schönholzer verhältnismässig konstant.

Angetreten gegen Establishment

Trotz eines sehr engagierten Wahlkampfes mit viel Präsenz auf den sozialen Medien und den Thurgauer Strassen schaffte der Grünliberale aus Ottoberg gestern den Sprung in den Thurgauer Regierungsrat nicht. «Der Zusammenhalt der regierenden Parteien war stärker, als was ich bewegen konnte», sagte er mit Verweis auf die gegenseitige Unterstützung, die sich die vier regierenden Parteien SVP, CVP, SP und FDP zusicherten.

Seine über 30 000 Stimmen sind durchaus beachtlich und liegen über dem absoluten Mehr. «Noch vor vier Monaten hat mir wohl niemand ein solches Resultat zugetraut», sagt Fisch, der alleine gegen das regierende Thurgauer Establishment antrat. Einst verglich er seine Kandidatur mit Don Quijotes Kampf gegen die Windmühlen. Doch je länger der Wahlkampf andauerte, desto ernster wurde Fischs Kandidatur genommen.

Die GLP erhofft sich Aufwind

«Das war eine super Erfahrung», sagte Fisch im Frauenfelder Regierungsgebäude, als klar wurde, dass er den Abstand zu Schönholzer nicht mehr aufholen kann. «Ich gratuliere den Gewählten.» Sein Wahlkampf gebe nun seiner Partei – so hoffe er – auch Aufwind für die Wahlen in den Grossen Rat vom 10. April. «Das war mit ein Ziel meiner Kandidatur.»