Das ganze Dorf blickt in die Zukunft

Einwohner übten sich als Dorfentwickler: Der Gemeinderat von Warth-Weiningen lud am Samstagvormittag die Bevölkerung zu einer Zukunftswerkstatt ein. Die Idee eines Gemeindezentrums keimt dabei wieder auf.

Christine Luley
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Eine der Workshopgruppen verzierte ihr ausgearbeitetes Plakat mit dem Abdruck der Hände aller Beteiligten. (Bild: Donato Caspari)

Eine der Workshopgruppen verzierte ihr ausgearbeitetes Plakat mit dem Abdruck der Hände aller Beteiligten. (Bild: Donato Caspari)

WARTH-WEININGEN. Vier Arbeitsgruppen entwickelten am Samstagmorgen in der Turnhalle Ideen für ein kinder-, senioren- und familienfreundliches Warth-Weiningen. An Wünschen fehlt es nicht. So scheint es, dass allen eine Einkaufsmöglichkeit im Dorf wichtig ist. Das Geschäft sollte grösser sein, als das «Lädeli» in Warth, mehr Auswahlmöglichkeiten bieten und an einem zentraleren Ort stehen. Für die Visionäre ist auch schon klar wo: Auf der bereits der Gemeinde gehörenden Parzelle zwischen den beiden Dörfern. Dort, wo vor neun Jahren ein Gemeindezentrum geplant war und dann an der Urne bachab geschickt wurde.

Wunschkonzert in der Turnhalle

Jetzt greifen Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Workshops die Idee wieder auf. Die Dorfentwickler nennen das Haus Infrastruktur-Gebäude oder Service-Point. Sie finden, darin liessen sich die Verwaltung, Wohnungen für Jung und Alt und ein Café integrieren. Eine kleine Markthalle mit Weindegustationen und anderen Ständen wäre auch schön, und ein gemeinsamer Mittagstisch für Jung und Alt würde die soziale Gemeinschaft stärken, finden sie. In der Turnhalle ist viel Platz für Wünsche, einige steigen wie Luftballons zur Decke empor, andere werden mit Strichen zu Papier gebracht.

Interesse der Bevölkerung

Im Januar hat der Gemeinderat 968 Fragebogen zum Thema Gemeindeentwicklung an die Bevölkerung verschickt, 290 davon kamen zurück. «Die Rücklaufquote ist über 30 Prozent», freut sich Gemeinderat Markus Stieger. 24 Personen haben sich für den Workshop eingeschrieben und «hirnen» an diesem Samstagmorgen gemeinsam mit dem Gemeinderat. Sie sichten ihre Ideen, bewerten die Priorität, was soll aufgegriffen werden und was nicht.

Nach der Pause verteilt Peter Handschin von der Firma Innovision leere weisse Blätter. Der Moderator fordert die Teilnehmenden auf, die Zukunft von Warth-Weiningen ins Bild zu bringen.

Ideen visualisieren

Die Gruppe mit dem Thema «behördliche Dienstleistungen» grübelt, «wie bringen wir unsere Anliegen optisch rüber?» Ihr geht es unter anderem darum, die Synergien mit anderen Gemeinden zu optimieren. Sie denkt an einen regionalen Werkhof zur Unterbringung und Nutzung von grossen Maschinen, die viel Geld kosten. «Nach einer Lösung für den Mahlzeitendienst wird auch noch gesucht», sagt Teilnehmer Martin Schmidt. Denn mit dem geplanten Zusammenschluss der Spitex mit Frauenfeld muss eine andere Trägerschaft gefunden werden. Die Gruppe verewigt sich mit dem Abdruck ihrer Hände auf dem Plakat. «Als Symbol für gemeinsam etwas erschaffen», erklärt Simone Held. In der Mitte des Blattes sitzt ein Schneemann, «weil die Schneeräumung im Winter nicht immer geklappt hat», erklärt Alexander Lehmann. Er zeichnet an den Rand noch eine Glühbirne. Damit soll bei der Gemeinde die Idee einer Sammelbestellung von LED-Lampen für die Bevölkerung deponiert werden.

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