Das Feuer in Steckborn ist gelöscht

STECKBORN. Die Arbeiten der Feuerwehr in der Steckborner Altstadt dauern an. In einem Haus sind noch Glutnester. Deshalb gibt es weiterhin eine Brandwache. Die Ursache für das Feuer ist bisher noch nicht geklärt. Der Hund, der Alarm geschlagen hatte, überlebte die Brandkatastrophe nicht.

Katharina Brenner
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Die Feuerwehr kontrolliert die Glutnester in der Seestrasse 99, daneben laufen die Abbrucharbeiten. (Bild: Reto Martin)

Die Feuerwehr kontrolliert die Glutnester in der Seestrasse 99, daneben laufen die Abbrucharbeiten. (Bild: Reto Martin)

«Das Feuer ist gelöscht», sagt der Kommandant der Steckborner Feuerwehr, Reto Fischer, am Dienstagabend. Dennoch werde es die Nacht über eine Brandwache geben. Noch immer gibt es Glutnester auf dem Dach der Seestrasse 99. Das ist das Haus, in dem die Drogerie Brunnschweiler untergebracht ist. Die beiden angrenzenden Häuser in der Seestrasse waren am Dienstagabend zu grossen Teilen abgerissen. Dazu gehört die Liegenschaft mit der Nummer 101, in der die Blumenboutique Jennifer war. Während am Dienstag die Nachlöscharbeiten andauerten, hatten parallel die Abbrucharbeiten begonnen.

Die Feuerwehr war in der Nacht von Montag auf Dienstag weiterhin mit den Löscharbeiten beschäftigt. Insgesamt fünf Feuerwehr-Stützpunkte waren am Montag im Einsatz: Steckborn, Kreuzlingen, Frauenfeld, Diessenhofen und in der Nacht von Montag auf Dienstag auch noch die Feuerwehr Stein am Rhein. Immer wieder waren in der Nacht neue Feuer mit teils hohen Flammen ausgebrochen. Auch am Dienstag stieg weiter vereinzelt Rauch auf. Der Feuerwehrkommandant Fischer sagte, glücklicherweise habe kein Wind geweht in der Nacht, in der das Feuer ausbrach. Dann hätten die ganze Kirchgasse und Seestrasse in Flammen gestanden. Wann die Nachlöscharbeiten abgeschlossen sind, konnte Daniel Metzler, ein Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau, am Dienstag noch nicht sagen.

Die Suche nach der Ursache

Indes ist die Kantonspolizei auf der Suche nach dem Brandherd. Dabei befragt die Kantonspolizei Thurgau die Anwohner der betroffenen Liegenschaften zur Brandursache. Ausserdem suchen die Brandermittler der Kantonspolizei und ein Elektrosachverständiger einer externen Firma nach dem Grund für den Brandherd. Wann genau mit einem Ergebnis zu rechnen ist, sei derzeit noch offen, sagte Metzler. Ein Elektrosachverständiger wer- de durch den Brandermittlungsdienst immer dann beigezogen, wenn ein Zusammenhang mit Elektrizität nicht auszuschliessen sei.

Die Erkenntnisse würde die Kantonspolizei anschliessend der zuständigen Untersuchungsbehörde, der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen, weitergeben. Die Gebäudeversicherung könne dann die nötigen Ergebnisse bei dieser Stelle anfordern. Die Gebäudeversicherung Thurgau wollte sich am Dienstag nicht zu dem Brand in Steckborn äussern.

Der Hund ist geborgen

Der Hund, der den Brand bemerkt hatte, galt am Montag als vermisst: der Rottweiler-Mischling Leon. Er hatte seine Besitzer aufgeweckt, die die Feuerwehr alarmierten. Er sei davongelaufen, sagten am Montag die einen, er sei noch in der Wohnung, die anderen. Jetzt steht fest: Leon, der Hund, ist tot. Die Feuerwehr hat ihn am Dienstag in dem Haus tot geborgen.

Durch die andauernden Nachlöscharbeiten ist auch der Verkehr in Steckborn weiterhin beeinträchtigt. Die Seestrasse bleibt vorerst gesperrt. Lokal kann sie bis in die Nähe der Brandobjekte befahren werden, eine Durchfahrt ist jedoch nicht möglich. Die Sperrung kann laut Daniel Metzler noch mehrere Tage oder auch Wochen andauern, das hängt vom Verlauf der Nachlöscharbeiten ab. Der Transitverkehr wird derzeit von Steckborn über Homburg nach Berlingen umgeleitet.

Die Solidarität in der Bevölkerung war auch am Dienstag gross. Der erste Raum für die Sachspenden hatte bald nicht mehr ausgereicht (siehe Kasten). Stadtpräsident Roger Forrer sagte, die Versorgung der Betroffenen sei «weiterhin tiptop».

Im katholischen Kirchgemeindehaus in Steckborn stapeln sich die gespendeten Kleider für die Betroffenen. (Bild: Reto Martin)

Im katholischen Kirchgemeindehaus in Steckborn stapeln sich die gespendeten Kleider für die Betroffenen. (Bild: Reto Martin)

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