Das Fenster wurde zum Eingang

Vor zehn Jahren zog der Claro-Weltladen in Frauenfeld in die ehemalige Heizzentrale der Gerberei Kappeler um. Seit damals hat sich im Laden in der Baliere viel verändert, das Platzproblem jedoch ist geblieben.

Marion Wehrli
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So sah der Claro vor seiner Neueröffnung vor zehn Jahren aus. Architekt Peter Kolb steigt in die ehemalige Heizzentrale hinunter. (Bild: pd)

So sah der Claro vor seiner Neueröffnung vor zehn Jahren aus. Architekt Peter Kolb steigt in die ehemalige Heizzentrale hinunter. (Bild: pd)

FRAUENFELD. «Claro hat eine neue Bleibe.» So lautete der Titel in der Thurgauer Zeitung im Herbst 2005, als der Claro-Weltladen in Frauenfeld umzog. Wo vor zehn Jahren noch eine Baustelle war, ist heute ein hell eingerichteter Laden mit vielen neuen Angeboten. «Seit wir hier eingezogen sind, hat sich vieles verändert», sagt Jacqueline Lohner, eine der Geschäftsführerinnen im Claro. «Während der Schwerpunkt am Anfang vor allem beim Verkauf von Fair-Trade-Lebensmitteln lag, so haben wir heute unter anderem auch Kleider oder Geschenkartikel im Angebot.»

Der Grund für den Umzug des Ladens war damals nicht nur der Platzmangel gewesen, sondern auch, dass die alte Bleibe des Vereins an der Zürcherstrasse 147 umgebaut wurde. In der ehemaligen Heizzentrale der Gerberei Kappeler fand das Claro-Team schliesslich einen neuen Standort. «Wo früher das Fenster der Heizzentrale war, ist heute unsere Eingangstüre», sagt Lohner. «Der Boden wurde also etwa um einen Meter erhöht.»

Um die neuen Räumlichkeiten überhaupt finanzieren zu können, startete der Verein einen Spendenaufruf bei den Kirchen und bei Privatleuten. Zudem konnte man auf viele freiwillige Helfer zählen, wie zum Beispiel das Vereinsmitglied Peter Kolb, der freiwillig als Bauleiter mithalf. Die Eröffnung feierte der fertig umgebaute Laden dann am 12. November 2005.

Umdenken hat stattgefunden

Auch heute, zehn Jahre später, achtet der Verein Claro noch auf die Richtlinien des fairen Handels. Zwar werden nebst Fair-Trade-Artikeln auch regionale und Bioprodukte angeboten, doch dabei handle es sich um nachhaltig hergestellte Artikel. Weiter habe sich das Bewusstsein der Leute verändert. «Das Interesse am fairen Handel ist sicherlich grösser als noch vor einigen Jahren, vor allem weil das Thema Fair Trade nun viel bekannter ist. Früher wussten viele gar nicht, was man unter diesem Begriff verstehen soll», sagt Suzanne Kuhn, Co-Geschäftsführerin im Claro. Trotz des Umdenkens herrschen beim Verein noch ähnliche Probleme wie früher. «Bei der grossen Zunahme an Anbietern könnten wir natürlich noch viel mehr Produkte in unser Sortiment aufnehmen», sagt Lohner. «Doch dazu fehlt uns auch hier wieder der Platz.» Für einen grösseren Laden reiche das Geld des Vereins jedoch schlichtweg nicht aus.

Pläne für die nächsten Jahre

Was sich wohl in den nächsten zehn Jahren alles verändern wird? Viel, sind die beiden Geschäftsleiterinnen überzeugt. «Das Thema Nachhaltigkeit und der faire Handel werden in Zukunft sicherlich noch wichtiger werden», sagt Kuhn. «Vor allem, da die weltweiten Ressourcen immer mehr schwinden.»

Eines ihrer persönlichen Ziele sei es auch, den Jugendlichen ein attraktiveres Angebot zu bieten. Das sei momentan noch schwer, da die Fair-Trade-Produkte für viele Jugendliche preislich nicht erschwinglich seien.

Dennoch versuchen Lohner und Kuhn, immer neue Ideen in ihrem Laden zu etablieren und so weitere Kunden für den fairen Handel zu gewinnen. «Vielleicht ist unsere Arbeit nur ein Tropfen auf den heissen Stein, aber wir finden es einfach eine gute Sache, bewusster zu leben», sagen die beiden.

Suzanne Kuhn und Jacqueline Lohner, die Geschäftsführerinnen im Claro. So sieht der Laden heute aus. (Bild: Marion Wehrli)

Suzanne Kuhn und Jacqueline Lohner, die Geschäftsführerinnen im Claro. So sieht der Laden heute aus. (Bild: Marion Wehrli)

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