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Das Experiment Annette ist geglückt

ROMANSHORN. Die Teleclub-Sportmoderatorin Annette Fetscherin hat sich innerhalb eines halben Jahres von einer Hobby-Eisläuferin zur Nati-Spielerin entwickelt. Das Projekt «Annette in die Nati» forderte der Aadorferin mental und körperlich viel ab.
Daniela Ebinger
Eine hübsche junge Frau: So sieht Annette Fetscherin ohne ihre Eishockey-Ausrüstung aus. (Bilder: Daniela Ebinger)

Eine hübsche junge Frau: So sieht Annette Fetscherin ohne ihre Eishockey-Ausrüstung aus. (Bilder: Daniela Ebinger)

ROMANSHORN. Als Annette Fetscherin ein Kind war, tänzelte sie im Ballettunterricht auf den Zehen. Sie ist in Aadorf aufgewachsen und die Frau von Adrian Fetscherin, dem zukünftigen Präsidenten der Kloten Flyers. Schlittschuh ist sie als Kind nur gelaufen, wenn der Weiher zugefroren war. Einfache Drehungen und Seitenschritte habe sie beherrscht, mehr nicht.

Der erste Einsatz

Heute steht Annette Fetscherin bullig eingepackt, wie ein echter Eishockeyprofi mitten in der Nationalmannschaft der Frauen auf dem Eis in der Romanshorner Eissporthalle. Bereits gestern hatte die Sportreporterin beim TV-Sender Teleclub ihren ersten Einsatz mit dem Schweizerkreuz auf der Brust. Sie liess sich vor über sechs Monaten auf das Experiment «Annette in die Nati» ein.

Damit will sie den Teleclub-Eishockeyfans einen Blick hinter die Kulissen geben. «Es ist ein sehr komplexer Sport», sagt die athletische Frau mit den blonden Haaren. «Nur die wenigsten Fans haben eine Ahnung, was Eishockey den Spielern alles abverlangt.»

Annette Fetscherin war von Anfang an klar, dass sie in nur sechs Monaten niemals das Level der Natispielerinnen erreichen könne. Dieses Experiment sei für sie als Sportreporterin eine einmalige Chance, tiefer in die Welt des Eishockeys einzutauchen.

Was heisst hier Schmerz?

Die besten Herrenprofis und Trainer waren ihr bei diesem Experiment auf und neben dem Eis behilflich. Dazu trainierte sie täglich unzählige Stunden für sich selbst. Alleine schon das Schlittschuhlaufen sei ein Kapitel für sich. «Ich konnte vorher eigentlich gar nicht Schlittschuhlaufen», sagt Fetscherin im Rückblick. Nur schon das Bremsen war eine Herausforderung.

Tempo, Kraft und Technik faszinierten die 28-Jährige schon als Zuschauerin, bevor sie sich auf das Experiment einliess. Auch beeindruckte sie der Durchhaltewillen der Hockeyspieler. «Ein Spieler, der sich verletzt, steht wenn immer möglich wieder auf und spielt weiter.»

Eine mentale Herausforderung

Für sie war es nicht nur körperlich eine Herausforderung, sondern auch mental. «Ich bin nicht so gut wie die Profis und sehe ständig die anderen, die es zehn Mal besser machen. Dabei ist es schwierig, die Motivation nicht zu verlieren.» Sie schätzt die Ladies sehr und findet es toll, dass das Frauenteam mitmacht. «Bei ihnen geht es um viel und ich will ihnen auf keinen Fall irgendwie im Wege stehen.»

Mehr Kraft und Willen

Mit dem Training veränderte sich ihr Körpergefühl in den vergangenen Monaten. Sie spürt mehr Kraft und Durchhaltewillen. «Ich habe eine dicke Haut bekommen», sagt sie. Am wenigsten werde sie das Training am späten Abend vermissen.

Der grösste Verzicht war für Annette Fetscherin, keine Zeit mehr für Familie und Freunde zu haben. Auch das Reiten rückte komplett in den Hintergrund. «Wenn ich einmal kein Training hatte, fiel ich todmüde ins Bett.» Nach diesem Experiment will sie das Eishockeyspielen auf keinen Fall wieder aufgeben und auch ihre Fitness nicht wieder verlieren. Dafür habe sie zu viel investiert.

Sie will fit bleiben

Wie sie in Zukunft Fitnessprogramm, Eishockey und Beruf unter einen Hut bringt, weiss Annette Fetscherin noch nicht. Als Sportreporterin ist sie häufig an Abenden und an den Wochenenden unterwegs. Daher werde es bestimmt nicht einfach sein, eine optimale Lösung zu finden.

Sie hat bei diesem Experiment «Annette in die Nati» nicht nur viel über Eishockey gelernt, sondern auch eine Menge über die Gemütsverfassung der Spieler erfahren: Was es heisst zu gewinnen und vor allem auch, wie man sich fühlt, wenn man als Verlierer vom Eis geht. Das komme ihr sicher in ihrem Beruf als Sportreporterin zugute. Annette Fetscherin sagt, sie sehe jetzt, was sich unter der Oberfläche abspielt.

Nicht wiederzuerkennen: Annette Fetscherin (rechts) im Einsatz auf dem Eis.

Nicht wiederzuerkennen: Annette Fetscherin (rechts) im Einsatz auf dem Eis.

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