Das Ende eines Provisoriums

Die Kirchbürger von Evangelisch-Warth-Weiningen wählten am Donnerstag Anna Nobs zur Präsidentin. Zwei Mitglieder sind aus der Kirchenvorsteherschaft ausgeschieden, dafür ist Ursula Vollmer neu dazugestossen.

Evi Biedermann
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Bisher ad interim, nun definitiv: Präsidentin Anna Nobs. (Bild: Evi Biedermann)

Bisher ad interim, nun definitiv: Präsidentin Anna Nobs. (Bild: Evi Biedermann)

WEININGEN. Für Anna Nobs wird sich mit der Wahl zur Präsidentin der Evangelischen Kirchgemeinde Warth-Weiningen nichts ändern. Denn die Aufgaben, die das Amt mit sich bringt, erledigt sie bereits seit zwei Jahren. Weil im Frühling 2014 nach dem Rücktritt des langjährigen Präsidenten kein Nachfolger gefunden werden konnte, sprang sie in die Bresche. Sie war damals Vizepräsidentin und liess sich von der Versammlung als Präsidentin ad interim wählen. Das tat sie auch im folgenden Jahr.

Eine Vakanz bleibt

Mit der diesjährigen Wahl zur Präsidentin, die am Donnerstag im Rahmen der Erneuerungswahlen der Kirchenvorsteherschaft stattfand, beendet Anna Nobs den provisorischen Zustand. «Ich will, dass es offiziell wird», sagte sie vor der Wahl. Die 33 anwesenden Kirchbürger freuten sich und legten alle ein Ja in die Urne. Wiedergewählt wurden auch Heidi Sauder und Kurt Aeschbacher sowie die Rechnungsrevisoren Gaby Schlatter, Roger Müller und Peter Meuli. Nicht mehr zur Wahl angetreten sind die Aktuarin Susi Zünd und Pirmin Harder.

Mit Ursula Vollmer-Wieland ist einer der beiden freigewordenen Plätze bereits wieder besetzt. Sie war am Donnerstag nicht anwesend, als sie zur neuen Aktuarin gewählt wurde. Die 51jährige Familienfrau und Vorsorgeberaterin wohnt seit 16 Jahren in Weiningen, singt im Gemischten Chor und will die Kirchenbehörde konstruktiv unterstützen.

Die Rechnung 2015 schliesst mit einem Verlust von knapp 33 500 Franken. Die Ausgaben entsprächen mehrheitlich dem Budget, erklärte Rechnungsführerin Heidi Sauder. «Das Minus ist bei den Steuereinnahmen zu finden.» Dieser Posten sei schwierig zu budgetieren, «da erleben wir immer wieder Überraschungen». Auch das Budget 2016 rechnet mit einem Verlust von gut 27 000 Franken. Die Kirchbürger stimmten der Rechnung und auch dem Budget zu.

Ebenfalls bewilligt wurde ein Kredit von 3000 Franken für das Projekt «Gedenken an die Reformation vor 500 Jahren». Projektleiter Klaus Stadler aus Uesslingen erklärte, worum es im Jahr 2017 im wesentlichen geht (siehe Kasten).

Option Zusammenschluss

In der Umfrage äusserte sich eine Kirchbürgerin besorgt über die Zukunft der Kirchgemeinde. «Es wird immer schwieriger, Leute für die Behörde zu finden», sagte sie und meinte, da man ja bereits seit 25 Jahren den Pfarrer mit Uesslingen teile, sollte ein Zusammenschluss mit dieser Kirchgemeinde vorangetrieben werden. Ein Votant ging weiter und schlug vor, alle Möglichkeiten zu prüfen, die für Warth-Weiningen in Frage kommen. Für Pfarrer Philipp Hendrikson sind diese Gedanken ein Schritt in die richtige Richtung. «Es sind aber Schritte, die nicht so einfach zu gehen sind und die vor allem viel Zeit benötigen», sagte er dazu.