Das Ende des Festspielvereins

STECKBORN. Das Schicksal des Vereins Freilichtspiele Steckborn ist besiegelt: Am Donnerstagabend stimmte die Versammlung der Auflösung zu. Was an Geld noch da ist, fliesst an Sponsoren und Ticketinhaber zurück.

Kurt Peter
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Es war der Abschluss einer langen und unrühmlichen Geschichte, als sich die 18 stimmberechtigten Vereinsmitglieder am Donnerstagabend im katholischen Pfarreizentrum Steckborn zur Auflösungsversammlung trafen.

Der Abend wurde von Vize-Präsident Hans Hangartner geleitet, Präsident Robert Riediker liess sich entschuldigen. Hangartner verwies gleich zu Beginn der Versammlung darauf, dass er nicht bereit sei, die ganze Vergangenheit des Vereins aufzuarbeiten. Er blickte auf die Zeit nach der Hauptversammlung vom 25. Oktober vergangenen Jahres zurück. Damals schien Licht am Horizont und die Absicht, das Freilichtspiel «Vom See här chömmeds» unter einem neuen Vorstand durchzuführen, war vorhanden. Doch alle Bemühungen, das Theater doch noch zu realisieren, seien gescheitert, sagte Hangartner.

In den vergangenen 18 Monaten sei es unmöglich gewesen, Interessierte zu finden, die sich für eine Aufgabe zur Verfügung gestellt hätten.

Rückzahlungen möglich

Im Jahr 2011 meldeten sich beim Vorstand immer mehr Personen, die ihr Geld für die bereits bezahlten Tickets oder Pionierbeiträge zurückverlangten. In einem Gespräch mit der Stadt sei dann beschlossen worden, die Sponsoren über den Stand der Dinge zu informieren. Daraufhin führte Hans Hangartner mit allen Sponsoren und, wenn möglich, den Ticketbesitzern persönliche Gespräche.

Das Resultat lässt sich sehen: Elf Betroffene verzichten auf Beiträge im Umfang von insgesamt 15 600 Franken.

Aber nicht alle verzichteten auf ihre geschuldeten Summen. So muss der Verein an verschiedene Sponsoren und Gemeinden bewilligte Beiträge in Höhe von 6600 Franken zurückbezahlen. Das sei möglich, versicherte der Vize-Präsident, da noch ein Kapital von 7600 Franken vorhanden sei. In einem gewissen Umfang könnten auch Tickets zurückbezahlt werden, leider seien viele Besitzer, vor allem aus Steckborn und Umgebung, namentlich nicht bekannt. Denn beim Erwerb der Billette sei ja niemand vom folgenden Desaster ausgegangen.

Kostüme vielleicht im Einsatz

Das Ende des Vereins war schliesslich unspektakulär, wurde diskussionslos und einstimmig beschlossen. Auch die Rechnungsabschlüsse fanden Zustimmung. Die Stadt Steckborn übernimmt die Akten des Vereins in ihr Archiv. Die Kostüme sollen verkauft werden, da der Verein «no e Wili» in Stein am Rhein keine Verwendung mehr dafür hat. Allerdings wird das Jubiläumsjahr «700 Jahre Steckborn» abgewartet, weil sich da noch Bedürfnisse nach Kostümen ergeben könnten.