Das einstige Armenhaus feiert

Das Wohn- und Pflegezentrum Neuhaus in Wängi feierte am Samstag sein 150jähriges Bestehen. Ein historischer Markt und musikalische Unterhaltungen luden zum Verweilen ein.

Maya Heizmann
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Die Sängerinnen des Nostalgiechörli aus Berg unterhalten die Zuhörer. (Bild: Maya Heizmann)

Die Sängerinnen des Nostalgiechörli aus Berg unterhalten die Zuhörer. (Bild: Maya Heizmann)

WÄNGI. Schon von weitem waren die Drehorgelklänge zu hören. Dazu kam noch das Hämmern der traditionell gekleideten Zimmerleute, die aus dicken Baumstämmen die Zahl 150 zuschnitten. Das hölzerne Schmuckstück wird vor dem Alterszentrum aufgestellt und an das 150-Jahr-Jubiläum des Neuhauses erinnern.

Interessantes Kunsthandwerk

Erstaunliches Kunsthandwerk zeigten die zwei Klöpplerinnen, Vreni Benz aus Matzingen und Susi Dreher aus Steckborn. Ebenso interessant war es, den beiden Spinnerinnen bei ihrer Arbeit zuzusehen. Der 85jährige Korbflechter Eugen Gnehm aus Rosental präsentierte währschafte Körbe. Ein Schmid und ein Töpfer rundeten den Handwerkermarkt ab.

«Gang rüef de Bruune»: 14 Frauen des Nostalgiechörli aus Berg unterhielten die Besucher mit bekannten Liedern zum Mitsingen. Am Nachmittag vergnügten sich die Kleinen mit Ponykutschenfahren. Eine grosse Festwirtschaft mit kulinarischen Leckerbissen lud zum Verweilen ein. «Es ist ein ungezwungenes Fest mit viel musikalischer Unterhaltung für die ganze Bevölkerung», sagte Heimleiter Stefan Wohnlich. Mit dem Jubiläumsfest wurde das Neuhaus für Bewohner und Bevölkerung zum Ort der Begegnung.

Das Neuhaus kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Aus der Unterkunft für die Armen hat sich die Institution zu einem modernen Kompetenz- und Begegnungszentrum für Pflegebedürftige entwickelt.

Seit 2001 gehört's Wängi allein

Die drei katholischen Gemeinden Wängi, Aadorf und Tänikon kauften 1864 für 33 500 Franken Haus und Hof im «Scheuerli» von Wilhelm Meier ab. Es entstand eine Armenanstalt, dessen Produkte aus der Landwirtschaft nicht nur zur Finanzierung beitrugen, sondern den um die 40 bis 50 Bewohnern aus dem bäuerlichen Milieu eine Arbeit ermöglichten. 1973 wurde die Landwirtschaft eingestellt. 2001 überliessen die Kirchgemeinden Aadorf und Tänikon das Neuhaus ohne Gegenleistung der Gemeinde Wängi, 2011 wurde eine Stiftung gegründet.

Besonders mit der grossen Umbauphase von 2010/2013 konnte eine Strukturbereinigung vorgenommen werden. Im Parterre befinden sich allgemeine Räume und die Verwaltung, während auf den oberen Etagen die Wohn-und Pflegeabteilungen sowie die Aufenthaltsbereiche der Bewohner untergebracht sind. Es stehen heute 80 Betten für die Langzeitpflege für Senioren zur Verfügung.

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